Wie smart ist ein Zuhause? Diese Frage soll durch einen Indikator bald standardisiert messbar sein.
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Studie erarbeitet Indikatoren für "Smart-Readiness" von Gebäuden

Wie lässt sich der Grad der Intelligenz eines Wohnhauses messen? Eine Antwort auf diese Frage soll ein EU-Projektkonsortium finden. Eine Grundlagenstudie liefert erste Ansätze zur Gestaltung eines "Smart Readiness Indicators".

Die EU-Kommission plant, bis Ende dieses Jahres einen Indikator für die Smartness von Wohngebäuden zu erarbeiten. Nun hat der BDEW, der am Stakeholderdialog des EU-Konsortiums beteiligt ist, gemeinsam mit der Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendungen (HEA) eine Grundlagenstudie zur Interpretation des "Smart Readiness Indicators" (SRI) in Auftrag gegeben.

Das Wuppertal Institut und die EBZ Business School haben sämtliche Faktoren, die sich auf den SRI auswirken können, untersucht. Der Indikator bewertet die technologische Fähigkeit eines Wohngebäudes, mit dem Nutzer und dem Energienetz zu interagieren und seinen Betrieb energieeffizient zu regeln. Die Installation von Smart Metern, die Einbindung von Ladestationen, Energiespeichern und Energie-Managementsystemen sind wesentliche Kriterien, die sich auf den Smartness-Grad auswirken.

Neben der Interaktionsfähigkeit der smarten Technologien stehen auch die Gebäudeautomation und die technische Gebäudeausstattung, sowie die Möglichkeit des Gebäudes, netzdienlich eingesetzt zu werden, im Fokus der Forscher, wenn es um die Ausgestaltung des SRI geht. Darüber hinaus gehen sowohl bereits installierte und im Betrieb befindliche Haustechnik in die Bewertung ein als auch mögliche oder geplante Erweiterungen.

"Der Indikator wird dazu beitragen, dass sich der Wert eines Gebäudes in Zukunft auch daran messen lassen muss, wie intelligent das Haus vernetzt ist", sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung in Berlin. Dementsprechend ist der SRI nicht nur ein wichtiges Informationsangebot für Mieter und Eigentümer. Kapferer geht sogar davon aus, dass der Indikator die Nachfrage nach smarten Immobilien ankurbeln könnte. Dann lohnt sich das Bewertungsraster auch für Energieunternehmen, wenn sie dadurch neue Geschäftsfelder wie Dienstleistungen rund um intelligente Haustechnik weiterentwickeln und sich etablieren. (ls)