Studie: SMGA ab halber Million Zähler rentabel

Hohe Kosten für IT und Automatisierung drücken jedoch die Umsatzpotenziale der Smart-Meter-Gateway-Administration (SMGA), so eine Trendresearch-Studie.

Die aktuell erstellte Studie "Smart Meter Gateway Administration" von Trendresearch gibt einen Überblick über künftige Marktpotenziale sowie die Rahmenbedingungen, welche die Smart Meter Gateway Administration beeinflussen. In die 539 Seiten umfassende Strategiestudie flossen 79 strukturierte Interviews mit Dienstleistern und EVU ein.

Insgesamt werde von einer Verzögerung des Rollouts um ein Jahr ausgegangen, so dass der Rollout bis Ende 2033 weitestgehend umgesetzt sein soll. Grund sei das spät verabschiedete Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende, das sich auch auf die Zertifizierung des Smart Meter Gateways auswirke.

Energieversorger halten der Studie zufolge zwar einen Markteintritt für 2017 für geeignet, jedoch werden kleinere Marktakteure zu Beginn des Rollouts eher eine abwartende Haltung im Bezug auf ein Engagement als grundzuständiger Messstellenbetreiber und Gateway Administrator einnehmen. Gründe seien unter anderem fehlende Erfahrungen und gesetzliche Unklarheiten. Vor allem die Investitionskosten ließen die Grundzuständigkeit zunehmend für viele Messstellenbetreiber unwirtschaftlich erscheinen, so dass besonders kleine Unternehmen Kooperationen eingehen oder die Grundzuständigkeit komplett abgeben.

Tritt das Digitalisierungsgesetz in Kraft, erwarten die befragten EVU und Dienstleister insgesamt 50–65 Akteure, die zu Beginn im Bereich der Smart-Meter-Gateway-Administration auf dem Markt agieren. Während zunächst viele Messstellenbetreiber die Grundzuständigkeit beibehalten wollen, konsolidiert sich der Markt im Laufe der Jahre. Nach Ansicht der Befragten werden letztlich 2020 durchschnittlich 15–20 Marktakteure erwartet – mit weiterer Konsolidierung zu wenigen großen Akteuren nach 2020, so ein Ergebnis der Studie.

Durch die Smart-Meter-Gateway-Administration werden sich für sämtliche Marktteilnehmer – vor allem für die Messstellenbetreiber – zahlreiche neue Aufgaben und Prozesse ergeben. Ein knappes Viertel der Studienteilnehmer sieht durch die Installation der Systeme zusätzliche Aufgaben auf die Messstellenbetreiber zukommen. Die Administration wird nach Ansicht von 19 % der befragten Dienstleister durch die Messstellenbetreiber übernommen.

Die Mehrheit der befragten EVU und Dienstleister streben die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen bei der SMGA an – beziehungsweise haben diese schon umgesetzt. Kernziel sei die Umsatzsteigerung – vor allem bei Kleinkunden: Je mehr Messstellen der  Kunde mit Jahresstromverbrauch unter 6000 kWh zusätzlich umrüstet, desto mehr Produkte und Dienstleistungen könnten angeboten werden, heißt es in der Studie.

Im Schnitt erwarten die befragten Energieversorger, dass die Gateway-Administration ab durchschnittlich einer halben Million Zählern wirtschaftlich betrieben werden kann. Insgesamt sollen jedoch die Umsatzpotenziale, die sich in der laufenden Administration ergeben, wegen des hohen IT- und Automatisierungsanteils gering sein. (sg)


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