Einbau eines Luftsprudlers im Waschbecken. Er senkt den Wasserverbrauch, nicht unbedingt den Energiekonsum. Bild: (c) ZVSHK

Eher wird das Bad saniert als die Heizung

Die Modernisierung von Bädern und Heizungen treibt derzeit das Wachstum im Handwerk. Doch am wahrscheinlichsten kommt das Bad dran, so die Statistik.

Das deutsche Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk hat im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz hingelegt: 42 Mrd. Euro gegenüber 31 Mrd. Euro zehn Jahre zuvor. Das teilte der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) gestern mit.

Wachstumstreiber in den gut 51 000 SHK-Betrieben war die Modernisierung von – zusammengenommen – Bädern und Heizungen im Altbau: Auf dieses Geschäft fielen 72 Prozent der Erlöse. Schön, möchte man meinen. Doch entgegen allen Lippenbekenntnissen in Klimaschutz-Umfragen wird am wahrscheinlichsten erst mal das Bad saniert, dann lange nichts und dann erst die Heizung. ZVSHK-Präsident Friedrich Budde: "Die Deutschen modernisieren eher ihre alten Bäder als ihre ineffizienten Heizungsanlagen. Die Sanierungsrate bei Heizkesseln liegt seit Jahren bei drei Prozent. Damit lassen sich die energie- und klimapolitischen Ziele der Bundesregierung nicht erreichen!“

Und noch was: Die öffentliche Hand war auch 2016 insoweit alles andere als ein Vorbild – obwohl dies ein Leitbild der EU-Energieeffizienzrichtlinie ist. Sie spülte dem deutschen SKH-Handwerk nur neun Prozent des Umsatzes zu. 62 Prozent beauftragten private Häuslebesitzer, 17 Prozent Gewerbekunden ohne Wohnungswirtschaft und 13 Prozent die Immobilienwirtschaft selbst (Rundungsdifferenzen zu 100 Prozent). (geo)