Altmaier will bei Effizienz eine Schippe drauflegen

Umweltminister kündigte beim 1. Jahreskongress der Energie- und Immobilienbranche an, Gebäudeenergieeffizienz nach der Wahl stärker in den Fokus zu nehmen.

„Wir dürfen die Energiewende nicht auf einen Bereich und einen Sektor beschränken, sondern müssen einen ganzheitlichen Ansatz wählen“, sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier beim 1. Jahreskongress der Energie- und Immobilienbranche in Frankfurt/Main. Man müsse wegkommen von der Konzentration der Energiewende auf das Thema Strom und künftig den BereichWärme verstärkt in den Fokus nehmen. Um das riesiges Potenzial bei der Gebäudeenergieeffizienz zu heben, sei es notwendig, die beiden Branchen Energie- und Immobilienwirtschaft näher zusammenzubringen.

„Ich möchte, dass wir nach der Wahl hier noch eine Schippe drauflegen“, sagte Altmaier. Er äußerte sich optimistisch, im Laufe des nächsten Jahres die Weichen zu stellen, nicht nur für eine Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG), sondern auch für eine Gesetzgebung im Wärmebereich. Diese soll denRahmen für die nächsten fünf bis zehn Jahre schaffen. Dies sei auch notwendig, um die Themen Wärme und Energieeffizienz stärker in den Blickpunkt der öffentlichen Debatte zu rücken.
 
Um hier erfolgreich zu sein, bedürfe es jedoch auch eines Bewusstseinswandels bei den Betroffenen. „Hausbesitzer müssen erkennen, welche Chancen in der energetischen Gebäudesanierung stecken“, forderte derUmweltminister in Frankfurt. Der Wert einer Immobilie werde künftig nicht nur von Faktoren wie der Qualität der Internet-Anbindung, sondern viel stärker auch von ihrem energetischen Zustand abhängen.

Er kündigte an, hier nicht auf Zwang, sondern auf „Erkenntnis und Anreize“ zu setzen. Deshalb habe er sich auch dafür eingesetzt, bei der Eneff-Reform bewusst auf regulatorische Eingriffe bei Bestandsgebäuden zu verzichten. Es sei dingend notwendig,  die Sanierungsraten im Bestand wesentlich nach oben zu bringen. Altmaiers Strategie in diesem Sektor der Energiepolitik lautet: „Möglichst wenig staatliche Regulierung, aber hohe politische Priorität“.  Für die Zukunft ist er optimistisch: „Ich bin sicher, dass wir den Gebäudesektor zu einem der Akteure der Energiewende machen werden.“ Dafür sei es aber auch erforderlich, dass mehr Kapital in diesen Bereich fließt. (mn)