Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Stadtwerke-Geschäftsführer Dietmar Spohn und die Bochum Perspektive 2022-Geschäftsführer Rolf Heyer und Enno Fuchs (v.r.n.l.) stellten am Montag das Energie- und Breitbandkonzept für "MARK 51°7" vor.
© Stadtwerke Bochum

Bochum: millionenschwere Infrastruktur für Opel-Gelände

Ein Technik- und Wirtschaftsstandort mit Zukunftsperspektive braucht eine entsprechend moderne Infrastruktur. Für Geothermie über Breitband bis hin zu E-Ladeinfrastruktur sorgen nun die Stadtwerke Bochum.

In Bochum-Laer, wo früher Opel produzierte, entsteht aktuell ein knapp 70 Hektar großes Industriegebiet. Die ersten Start-ups aus der Softwarebranche, die Deutsche Post, die Dekra und auch die Ruhr Universität Bochum haben sich bereits Flächen und Gebäude auf dem Areal gesichert. Damit Geschäfte und Forschung künftig florieren, braucht es nun die entsprechende Infrastruktur. Für Energieversorgung, Breitbandausbau und Verkehrskonzept veranschlagen die Stadtwerke rund 17 Mio. Euro.

Allein die Wärme- und Kältelieferung für „MARK 51°7“ – so der offizielle Name des Industriegebiets – ist ein Riesenprojekt. Gemeinsam mit dem Internationalen Geothermiezentrum Bochum planen die Stadtwerke vorhandenes Grubenwasser aus der stillgelegten Zeche Dannenbaum für die Versorgung zu nutzen. Aus rund 800 Metern Tiefe soll 30 Grad warmes Wasser gefördert werden und für warme Füße bei den Mietern und Eigentümern sorgen. Für die nötige Abkühlung soll 18 Grad kaltes Wasser aus rund 300 Meter Tiefe sorgen. Damit soll bis zu 75 Prozent des Wärme- und Kältebedarfs des Areals gedeckt werden. Die restliche Versorgung übernimmt die FUW, die Fernwärmetochter der Stadtwerke.

Breitband und europaweite Vernetzung aus einer Hand

Durch den Einsatz von Geothermie wird einerseits die Umwelt geschont, andererseits sparen die Mieter Kosten. Immerhin soll durch die dezentrale Versorgung ein Primärenergiefaktor besser als 0,50 erreicht werden. In Sachen Strombereitstellung setzen die Stadtwerke auf zwei Umspannwerke, die zugleich die nötigen Reserven für den Ausbau einer Ladeinfrastruktur bereitstellen. Geplant sind  Schnell- und Normalladestationen für E-Autos- und Bikes.

Besonders wichtig für einen Wirtschafts- und Industriestandort ist ein leistungsfähiger Internetanschluss. Hierfür sorgen die Stadtwerke dank Glasfasertechnologie. Nach Abschluss der Arbeiten kann mit zehn Gigabit pro Sekunde gesurft werden. Darüber hinaus können Kunden über den Internetanbieter (Telekommunikation Mittleres Ruhrgebiet) Dienstleistungen des Rechenzentrums in Anspruch nehmen, das direkt mit den zentralen europäischen Knotenpunkten in Frankfurt oder Amsterdam verbunden ist. (ls)