Energieaudits: Ergebnisse deutlich hinter Plan

Nach einer aktuellen Hochrechnung haben bis heute nicht einmal die Hälfte der angenommenen 50 000 Unternehmen ein komplettes Energieaudit durchgeführt.

"Die vom Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vorgegebenen Energieeffizienzziele zum Primärenergieverbrauch sind ohne die konsequente Umsetzung von Effizienzmaßnahmen in den Unternehmen aus heutiger Sicht nicht erreichbar", bilanziert Stefan Arnold, Vorstandsvorsitzender der Ispex AG. Das nach eigenen Angaben unabhängige Energieberatungsunternehmen betreut seit 2006 Kunden aus dem industriellen, gewerblichen und öffentlich-rechtlichen Bereich. Von Ispex stammt auch die Hochrechnung, wie viele der von der Auditpflicht betroffenen Unternehmen ein vollumfängliches Energieaudit durchgeführt haben.

Von 50 000 ursprünglich angenommenen Firmen hätten demnach bis heute nicht einmal 50 Prozent ein solches umgesetzt. Darüber hinaus würden Auditberichte und die Bereitschaft zur Umsetzung von Maßnahmen sehr unterschiedlich ausfallen, stellten Fachleute des Energiedienstleisters bei der Auswertung begleitender Projekte fest.

Hinzu komme, dass die aufgezeigten Einsparpotenziale in den Unternehmen als Ergebnis der Energieaudits weitaus niedriger als prognostiziert ausfallen würden. Ein ähnliches Fazit ergab sich zuletzt aus einer Befragung von über 3000 Auditoren.

Es zeige sich, dass vor allem bei Einmalaktionen im Vier-Jahres-Turnus viel Aufwand für die Datenerhebung entstehe und viele Unternehmen das Augenmerk mehr auf die Erfüllung der Auditpflicht und weniger auf eine nachhaltige Umsetzung von Maßnahmen und einer daraus resultierenden verbesserten betrieblichen Energieeffizienz legen würden. (sg)