Effizienz ist gefragt: Dienstleistungen, die beim Energiesparen helfen, stehen vor weiterem Wachstum.
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Energiemarkt: Boom bei Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung erwartet

Energieeffizienz ist ein Zukunftsmarkt. Der Umsatz mit Dienstleistungen in diesem Sektor wird bis 2025 auf rund 50 Mrd. Euro steigen, prognostiziert die Unternehmensberatung Roland Berger.

Steigende Energiekosten und Klimaschutzverpflichtungen erhöhen den Druck auf Unternehmen, möglichst ressourceneffizient zu arbeiten. Daher wächst europaweit die Nachfrage nach Energieeffizienz-Dienstleistungen, mit denen Unternehmen ihr individuelles Einsparpotenzial identifizieren und umsetzen. In ihrer neuen Studie "Energy Efficiency Services in Europe" erwarten die Experten der Beratungsfirma Roland Berger bis 2025 eine Verdoppelung des Geschäftsvolumens bei Energieeffizienz-Dienstleistungen auf rund 50 Mrd. Euro.

"Der Markt für Energieeffizienz-Services ist sehr dynamisch, aber gleichzeitig fragmentiert und wenig transparent", erläutert Ralph Büchele, Partner bei Roland Berger. "Für Unternehmen war es daher bisher sehr schwierig, abzuschätzen, welches Wachstumspotenzial sie in diesem Umfeld haben, welche Risiken existieren und wo sich Investitionen lohnen."

Fünf Leitmärkte, unterschiedliches Wachstumspotenzial

Die Roland-Berger-Experten definieren fünf Leitmärkte, in denen Dienstleister für Energieeffizienz aktiv sind: Der kleinste, aber am schnellsten wachsende Bereich ist mit einem jährlichen Plus von 14 Prozent der Software-Markt. Am langsamsten wächst der Sektor Energieeffizienz-Audits und -Consulting – er legt pro Jahr um vier Prozent zu. Größter Teilmarkt ist das Engineering für Energieeffizienz-Technologien: Er umfasst rund 40 Prozent des Gesamtmarkts und wächst mit neun Prozent pro Jahr.

Im Durchschnitt wächst der gesamte Markt für Dienstleistungen für Energieeffizienz in Europa bis 2025 um rund acht Prozent jährlich. "Es gibt mehrere Treiber für die positive Entwicklung", erklärt Büchele. "Klimaschutzvorgaben setzen Politik und Unternehmen unter Handlungszwang, sei es beim Thema Nachhaltigkeit oder durch die Energiewende." Hinzu kommt der technologische Fortschritt. Der Experte rät den am Markt aktiven Unternehmen, digitale Instrumente in das eigene Portfolio aufzunehmen.

Im Zweifel: eine Tochterfirma gründen

Anbieter sollten jedoch ihr Wachstum sorgfältig planen. So können gezielte Zukäufe eine erfolgversprechende Option sein. Eine effiziente Abwicklung von Dienstleistungen für Kunden über digitale Plattformen könnte desweiteren zu Wettbewerbsvorteilen führen: "Wenn das eigene Unternehmen aufgrund unterschiedlicher Geschäftsfelder zu komplex wird, sollten Unternehmen auch über Auslagerungen, zum Beispiel in Form von Tochterfirmen nachdenken", rät Büchele. (sig)