Hybrides Heizkraftwerk geht in Betrieb

Die Stadtwerke Altensteig, Baden-Württemberg, haben ihre Erzeugungsanlagen für Strom und Wärme zu einem Hybridkraftwerk aufgerüstet.

Das neue Hybride Heizkraftwerk soll am 17. September offiziell in Betrieb genommen werden. Die Anlage kann den Heizbedarf auf zweierlei Weisen liefern: Sind die Strompreise hoch, wird Wärme mit der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt, bei niedrigen Preisen mit Strom. Das grundlegende Konzept sowie die Steuerungssoftware hat Südweststrom entwickelt. Die Fahrpläne für das Kraftwerk werden von der Stadtwerke-Kooperation auf Basis von Prognosen und Börsenstrompreisen berechnet.

Daneben leistet das Hybride Heizkraftwerk in Altensteig auch einen Beitrag für die langfristige Entlastung des Stromnetzes sowie zu einer virtuell-saisonalen Speicherung der Einspeisung erneuerbarer Energien. Die benötigte Wärme kann alternativ durch Einsatz von elektrischer Energie in einer Wärmepumpe erzeugt werden oder über Kraft-Wärme-Kopplung mit den Gasmotoren der drei in Altensteig installierten Blockheizkraftwerke (BHKW).

Er
stes Hybrides Heizkraftwerk bei kommunalem Unternehmen

Wie bei anderen Stromspeicher-Systemen wird überschüssiger Strom in das öffentliche Netz aufgenommen und in Zeiten hohen Bedarfs dort wieder eingespeist. Das bei der elektrischen Wärmeerzeugung eingesparte Erdgas wird gespeichert und bei Strommangel in den BHKW zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

Das Projekt in Altensteig, das im baden-württembergischen Landkreis Calw liegt, ist laut Südweststrom das erste hybride Heizkraftwerk, das bei einem kommunalen Versorger in der Praxis eingesetzt wird. Schon 2015 wurde die Heizzentrale auf dem Geländer einer Liegenschaft des Landes Baden-Württemberg nach diesem Konzept ergänzt und in Betrieb genommen, nämlich an der Polizeihochschule in Biberbach an der Riß.

Erneuerbaren-Anteil bei der Wärmeabgabe steigt

Das hybride Heizkraftwerk der Stadtwerke Altensteig versorgt drei Schulen mit insgesamt 2100 Schülern, das Rathaus und 160 Wohn- und Gewerbeeinheiten in der Altstadt. "Mit diesem Konzept wird der Anteil von erneuerbaren Energien an der gesamten Wärmeabgabe größer", sagt Günther Garbe, Technischer Werkleiter der Stadtwerke.

Gefördert wurde das Projekt über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE): Die Co-Finanzierung erfolgt über das Operationelle Programm "EFRE 2014-2020" mit 196 000 Euro. (sg)