Beim BDEW-Kongress gab es auch genug Zeit für Debatten etwa zum Thema Kooperation mit der Wohnungswirtschaft. © hcn

Kooperation mit der Wohnungswirtschaft

Kommunale Unternehmen können sich als integrierte Quartiersversorger neue Geschäftsfelder erschließen, zeigte der BDEW-Kongress.

„Wir können hier unseren gesamten Baukasten im Bereich Daseinsvorsorge und Infrastrukturmanagement in die Waagschale werfen“, so Achim Südmeier, Vertriebsvorstand bei der Rheinenergie. Er berichtete bei einer Themensession zu neuen Geschäftsmodellen von guten Erfahrungen, welche die Kölner bei der Quartiersentwicklung und der Quartiersversorgung machen. „Dreh- und Angelpunkt hierbei ist eine enge Kooperation mit der Wohnungswirtschaft“, unterstrich Südmeier.

Wärmecontracting, Mieterstrom und mehr


So entwickelte die Rheinenergie zusammen mit einer Wohnungsgenossenschaft und gefördert durch die EU die knapp 700 Wohnungen der Stegerwald-Siedlung aus den 1950er Jahren zu einer Energiesparsiedlung. Die Häuser wurden energetisch saniert, erhielten Wärmepumpen plus Fernwärme, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher. Dazu kommen Ladestationen für Elektroautos- und Pedelecs, Carsharing, Parkraummanagement, Glasfaseranschluss und Smart-Home-Angebote. Die Rheinenergie bietet unter anderem Wärmecontracting und solaren Mieterstrom an.

Momentan laufen zusammen mit einem privaten Bauträger die Planungen für das neue Quartier Lindgens Areal mit 358 Wohneinheiten in Köln-Mühlheim. Auch hier kann die Rheinenergie zusammen mit ihren Tochterunternehmen wie der Net Cologne, der Brunata/Metrona-Gruppe Hürth (Messdienstleister) oder den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln (AWN) als integrierter Versorger punkten. Geplant sind unter anderem ein ökologisches Abfallkonzept, Mobilitätshubs für Elektrofahrzeuge, 400 kW Photovoltaikdachanlagen für Mieterstrom, Carsharing, ÖPNV-Vernetzung und digitale Dienstleistungen.

Rendite von 6,5 Prozent


Die Rheinenergie agiert hier ebenfalls als Contracting-Partner für das beteiligte Wohnbauunternehmen. Und das lohnt sich. „Wir rechnen mit einer Rendite von 6,5 Prozent“, sagte Südmeier gegenüber der ZfK. Weitere Kooperationsprojekte mit der Wohnungswirtschaft seien derzeit in Vorbereitung. Allerdings funktionieren derartige Geschäftsmodelle bei größeren Verbundunternehmen in wachsenden Metropolen wie Köln mit einem hohen Bedarf an Infrastrukturdienstleistungen besser als auf dem flachen Land, räumte Südmeier ein. (hcn)