Der Bochumer Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hohmann, Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Thiel, Stadtwerke-Prokurist Robert Peric und Vonovia-Vorstand Klaus Freiberg (von links).

Stadtwerke Bochum werden Mehrheitseigner der VBW Bauen und Wohnen

Die Aufstockung soll insbesondere neue Geschäftspotenziale im Bereich Energiedienstleistungen erschließen. Mehrere konkrete Projekte sind bereits geplant, darunter einige Energiekomforthäuser und der Aufbau einer Ladeinfrastruktur für die VBW.

Die Stadtwerke Bochum haben ihre Anteile an dem führenden Bochumer Wohnungsbauunternehmen VBW Bauen und Wohnen GmbH von 49,1 auf 68,89 Prozent erhöht. Die Aufstockung erfolgt auf Wunsch der Stadtwerke, dahinter stünden unternehmensstrategischen Überlegungen, erklärt ein Sprecher gegenüber der ZfK. Der Kommunalversorger wolle sich im Bereich Energiedienstleistungen, insbesondere für die Immobilienwirtschaft, breiter aufstellen. "Mit unseren vielfältigen Energiedienstleistungen werden wir in Kooperation mit der VBW attraktive Konzepte für die Häuser und Quartiere der Zukunft entwickeln und gemeinsam Realität werden lassen", sagt Frank Thiel, Geschäftsführer der Stadtwerke Bochum und Aufsichtsratsvorsitzender des Wohnungsbauunternehmens.

Stadtwerke sind bereits für die Betriebskostenabrechnung bei der VBW zuständig

Der Immobilienanbieter verfügt über 12600 eigene und rund 1200 fremdverwaltete Wohnungen. Der Kommunalversorger übernimmt bereits seit einiger Zeit die Betriebskostenabrechnung für die VBW, rund 1600 Wohnungen  sind zudem bereits an das Glasfasernetz der Stadtwerke-Tochter "Glasfaser Bochum" angeschlossen. Ab diesem Jahr soll diese sukzessive fast den gesamten restlichen Immobilienbestand der VBW mit Breitbandverbindungen ausgestatten. Gemeinsam mit Unitymedia vertreiben die Stadtwerke künftig auch Gigabitprodukte. Zwei weitere Projekte mit der VBW sind bereits konkret in Planung, sagt der Sprecher.
So beabsichtigen die beiden Partner den Bau mehrerer Energiekomforthäuser mit Solardachanlagen und einer Vielzahl an Energieeffizienz- und dezentralen Lösungen. Diese sollen künftig auch als Vorzeigeobjekte für das Leistungsspektrum des Versorgers im Bereich Energiedienstleistungen dienen. Außerdem werden die Stadtwerke die Ladeinfrastruktur für den Fuhrpark der VBW aufbauen.

In den nächsten fünf Jahren sollen 1500 neue Wohnungen entstehen

Auch der börsennotierte Immobilienkonzern Vonovia und die Sparkasse Bochum stocken ihre Beteiligungen an dem Bochumer Wohnungsbauunternehmen auf. Der Anteil von Vonovia steigt von aktuell 14,15 auf 19,87 Prozent, der Anteil der Sparkasse von 7,57 auf 10,65 Prozent. Im Gegenzug scheiden aus dem Gesellschafterkreis Krupp Hoesch Stahl, die Unicredit Bank, die Commerzbank, Vivawest, die Volksbank Bochum Witten und die Evangelische Kirchengemeinde Bochum aus. "Mit der Veränderung der Gesellschafterstruktur wird die VBW ein wieder stärker geprägtes kommunales Unternehmen und ein Impulsgeber sowohl für den geförderten als auch den frei finanzierten Wohnungsbau in Bochum", betont Oberbürgermeister Thomas Eiskirch. In den nächsten fünf Jahren plant die VBW den Bau von 1500 neuen Wohneinheiten. (hoe)