Juniorchef Max Viessmann sieht die Digitalisierung als Chance für sein Unternehmen.
Bild: © Viessmann

Viessmann weitet digitale Dienstleistungen aus

Der nordhessische Heizungsbauer Viessmann entwickelt sich zunehmend zu einem Anbieter digitaler Dienstleistungen. So sollen sich beispielsweise Betreiber von Brennstoffzellen vernetzen und mit selbstproduziertem Strom Autarkie erreichen können. Smarte Haustechnik soll künftig über die Branchen-Plattform "Wibutler" gesteuert werden.

Die Digitalisierung und die Energiewende seien die größten Chancen in der über 100-jährigen Geschichte des Familienunternehmens, erklärte Juniorchef Max Viessmann am Montag zum Auftakt der Frankfurter Sanitär- und Heizungsmesse ISH. Neben den verschiedenen digitalen Wartungs- und Montage-Services für die Handwerksbetriebe will das Familienunternehmen auch an den Endkunden, dem beispielsweise Heizungen vermietet werden könnten.

Betreiber der Viessmann-Brennstoffzellen sollen sich untereinander vernetzen und mit selbstproduziertem Strom echte Autarkie erreichen können, nannte das Unternehmen eine weitere Dienstleistung. Zur einheitlichen Steuerung der smarten Haustechnik auch per App wurde die Branchen-Plattform "Wibutler" vorgestellt, auf die etliche Hersteller zugreifen können. Sie verfügt auch über Schnittstellen etwa zu Amazons Sprachsteuerung "Alexa".

Umsatzsteigerung um fünf Prozent

Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen aus Allendorf an der Eder seinen Umsatz um fünf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro ausgebaut. Auch der Gewinn sei "nachhaltig" gewachsen, sagte Max Viessmann, ohne weitere Details zu nennen. Zweistellige Zuwachsraten habe man in Russland, Polen und Nordamerika verzeichnet. Besonders erfolgreich liefen demnach Wärmepumpen sowie einzelne Produkte für Industriekunden. Auf dem technologisch sehr anspruchsvollem Markt in Deutschland habe man den Umsatz um 6 Prozent gesteigert.

Die Zahl der Beschäftigten sank im Vergleich zum Vorjahr leicht um 100 auf 12.000, worin der Verkauf der Gießerei Weso-Aurorahütte mit rund 400 Beschäftigten enthalten ist. Insgesamt seien im vergangenen Jahr rund 1600 Mitarbeiter neu eingestellt worden. (dpa/sg)