Der geplante Verlauf der Gas-Importpipeline Tap (in Rot) von der türkisch-griechischen Grenze über Albanien und die Adria nach Süditalien. Sie soll aserbaidschanisches Gas unter Umgehung Russlands nach Europa bringen. Der Pfeil soll die Absicht des Tap-Aktionärs Fluxys und seines strategischen italienischen Partners Snam verdeutlichen, den Gasfluss auch in nördliche Richtung umzukehren. Grafik: Fluxys

Kaspische Partner übernehmen Hälfte von Tap

Drei Partner des kaspischen Gasförderkonsortiums Shah Deniz 2 haben heute die Option gezogen, 50 % der Importpipeline Tap zu übernehmen. Fluxys steigt ein.

Der schweizerische Energiekonzern Axpo (früher EGL) hat heute die Reduzierung seiner bisherigen relativen Mehrheit an dem Röhrenprojekt Tap von 42,5 % auf 5 % bekanntgegeben. Zwei der Partner am kaspischen Gasfeld Shah Deniz 2, BP und die aserbaidschanische Socar, erhalten je 20 %, der dritte Partner Total 10 %. Die weiteren Pipeline-Aktionäre Eon und Statoil bleiben Anteilseigner.

Mit 16 % neu hinzu tritt der überwiegend kommunale belgische Ferngasnetzbetreiber Fluxys, der bereits früher Interesse geäußert hatte. Fluxys-Chef Walter Peeraer unterstrich, das Projekt Tap, das kaspisches Gas nach Übernahme an der türkisch-griechischen Grenze über Albanien und die Adria nach Italien führen soll, sei ein weiterer Schritt zur Versorgungssicherheit Europas. Zusammen mit der strategischen Partnerschaft zwischen Fluxys und dem italienischen Ferngasnetzbetreiber Snam ermögliche dies künftig einen umgekehrten Gasfluss von Italien nach Deutschland und Belgien.

Tap ist das übrig gebliebene Importpipelineprojekt für Erdgas unter Umgehung Russlands, das von der EU als Südlicher Gas-Korridor gefördert wird. Das Projekt Nabucco über den Balkan war kürzlich unterlegen. Das russisch geführte Projekt South Stream ebenfalls über den Balkan erhält Widerstand von der EU-Kommission. Sie will auf die Forderung Gazproms nach einer totalen Regulierungsausnahme nicht eingehen, berichtete der Energate Messenger. (geo)