Gazprom stellt sich auf Schwierigkeiten ein

Wegen der Probleme in der Ukraine bereitet sich Gazprom auf mögliche Probleme beim Gastransit nach Westeuropa vor.

Der russische Energiekonzern stellt sich auf Unregelmäßigkeiten ein. "Wir kalkulieren Maßnahmen durch, um mögliche Schwierigkeiten beim Transit durch die Ukraine auszugleichen", teilte Andrej Kruglow, Ressortleiter Finanzen des russischen Staatskonzerns, am Mittwoch lt. Nachrichtenagentur "Ria Novosti" mit. "Die Lieferkapazitäten der Rohrleitung Jamal-Europa und der Ostsee-Pipeline gestatten es, mögliche Probleme beim Transit durch die Ukraine zum Teil auszugleichen."

Kruglow betonte, dass der Transit bislang reibungslos erfolge. "Die Situation in der Ukraine hat bislang keine Auswirkungen auf das Geschäft von Gazprom in der Ukraine und in Weißrussland. Alle Transitlieferungen erfolgen entsprechend Vertrag. Wir haben bislang keine Probleme erlebt und ich hoffe, dass wir keine erleben werden."

Anfang März teilte Gazprom mit, dass der Schuldenberg der krisengebeutelten Ukraine auf 1,89 Mrd. US-Dollar gewachsen sei. Die Ukraine habe faktisch aufgehört, zu zahlen, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller damals. Er warnte vor einer Wiederholung der Versorgungskrise von 2009. Die Gasreserven der Ukraine sind seit dem Jahreswechsel nach Angaben der Staatsfirma Ukrtransgaz um mehr als 40 % auf 7,5 Mrd. m3 geschrumpft, so "Ria Novosti". Das Gros der russischen Gasexporte wird durch die Ukraine nach Europa geliefert.

Zwischen den Nachbarländern Ungarn und Slowakei gibt es nun eine neue Erdgas-Pipeline, durch die ab Januar 2015 der Brennstoff in beide Richtungen transportiert werden soll, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Damit solle die Region unabhängiger von russischen Gasimporten werden, "was immer uns auch von Osten her widerfährt", sagte Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban am Donnerstag bei der Einweihung des Bauwerks zusammen mit seinem slowakischen Kollegen Robert Fico.

Durch die 111 km lange Pipeline könnten 500 000 m3/h aus der Slowakei nach Ungarn gepumpt werden, in umgekehrter Richtung betrage die Kapazität 200 000 m3/h. Bauherr ist die staatlich kontrollierte ungarische Gesellschaft Magyar Gaz Tranzit Zrt. Die EU beteiligte sich mit 30 Mio. €, die Gesamtkosten liegen bei geschätzten 160 Mio. €. Woher das Gas kommen soll, wurde zunächst nicht bekanntgegeben. Es gehe darum, eine Verbindung zwischen polnischen und kroatischen Gasnetzen zu schaffen, zitiert DPA die Regierungsseite. (al)