Gas-Importpunkt Burghausen nun in einer Hand

Der Ferngasnetzbetreiber Bayernets hat alle Anlagen der Kollegen von Gascade beim bayerischen Burghausen übernommen.

Der Erwerb durch die Bayerngas-Tochter von der Wingas-Tochter wurde bereits zum Jahreswechsel wirksam, wie Bayernets heute mitteilt. Damit seien alle Anlagen deutscherseits am Grenzübergangspunkt Burghausen in einer Hand, erläuterte Richard Unterseer, Leiter Netzmanagement von Bayernets, der ZfK auf Anfrage. Er verspricht sich davon eine effizientere Betriebsführung, auch wenn die Zusammenarbeit mit Gascade gut gewesen sei, so Unterseer. Auf österreichischer Seite ist nach wie vor Gasconnect Austria verantwortlich. Strömungsmechanisch bleibe alles beim Alten, sagte Unterseer. Doch die feste Importkapazität im Versorgungsgebiet verdopple sich fast von 1,5 auf 2,7 Mio. kWh/h.

Konkret gingen die ersten Anlagen der Südal an Bayernets, eines nie weiter verwirklichten Pipelineprojekts von Gascade von Burghausen bis nach Baden-Württemberg. Bei den Installationen handelt es sich um einen Gasturbinenverdichter, Gasdruckregel- und Messübergabestationen, die Netzanschlüsse für die Versorgung von Industriekunden in Burghausen, die Anschlussleitung des österreichischen Speichers Haidach und eine 5 km lange Leitung vom Grenzübergang in Überackern/Österreich über den Inn zur Verdichterstation im bayerischen Haiming nordöstlich von Burghausen. Über letztere Pipeline ist auch der Untergrundspeicher 7Fields in Österreich an den deutschen Markt angeschlossen.

Alle zu Bayernets dazugekommenen Ein- und Ausspeisepunkte - bislang als Südal-Punkte buchbar - sind ins deutsche Marktgebiet NCG integriert worden bzw. müssen und können im Falle der drei ehemaligen Koppelpunkte zwischen NCG und Südal nicht mehr separat gebucht werden. Dies zu erreichen war eine Auflage der Bundesnetzagentur. (geo)