Gasversorgung: "Engpässe beseitigen"

BDEW und BNE begrüßen das Eckpunktepapier zur Erdgas-Versorgungssicherheit, beiden Verbänden geht der Entwurf aber nicht weit genug.

Durch eine Stärkung des Regelenergiemarktes und bessere Rahmenbedingungen für die Hebung des Demand-Side-Management-Potenzials will das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie die Versorgungssicherheit beim Erdgas weiter steigern. Das sieht das Eckpunktepapier vor, das am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. Branchenverbände stehen hinter der grundsätzlichen Stoßrichtung des Papiers, mahnen aber Nachbesserungen an.

Der Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt den marktnahen und regional differenzierten Ansatz des Ministeriums zur Optimierung und Flexibilisierung des Regelenergiemarktes. Bei der Ausgestaltung müsse jedoch darauf geachtet werden, dass alle Flexibilitätsoptionen gleichermaßen beteiligt werden, so der BDEW in einer Medienmitteilung. Die vorgesehene ausschließliche Stärkung des Regelenergiemarktes greift aus Sicht des BDEW zu kurz. Um für Extremsituationen gewappnet zu sein, in denen der Regelenergiemarkt nicht mehr ausreiche, sollten aus Sicht des BDEW zusätzlich Reserven bereitgestellt werden. Hier gewährleiste das von der Branche vorgeschlagene Reservemodell mit der systemnahen Flexibilitätsreserve und den FNB-Speicherkontrahierungen die Versorgung der Kunden auch in Extremsituationen. Der BDEW werde sich mit diesem branchenweit abgestimmten Vorschlag weiterhin intensiv in die Debatte einbringen, um die Gasversorgungssicherheit in Deutschland weiter zu stärken.

Gemäss dem Bundesverband Neue Energiewirtschaft sind die Vorschläge des BMWi geeignet, um die Versorgungssicherheit im deutschen Erdgasmarkt über das ohnehin hohe Maß hinaus zu stärken. "Es ist das richtige Signal, die Kontrahierung von langfristigen Regelenergieprodukten als Vorsorgeinstrument in die Hände der beiden Marktgebietsverantwortlichen legen zu wollen, statt Reserven jeweils bei den 17 Fernleitungsnetzbetreibern aufzubauen", wird BNE-Geschäftsführer Robert Busch in einer Medienmitteilung zitiert. Bei der Weiterentwicklung der genannten Rahmenbedingungen sollten jedoch die Fernleitungsnetzbetreiber nicht aus der Verantwortung gelassen werden. "Denn die Überwindung lokaler Transportengpässe mindert die Störungsanfälligkeit des deutschen Gasversorgungsystems. Außerdem verringert sie auch den Aufwand für die Regelenergiebeschaffung und damit die Kostenbelastung für die Verbraucher", so Busch. (hoe)