Equinor und Stadtwerk Haßfurt jetzt bei "Zukunft Erdgas"

Der norwegische Energieriese Equinor (früher Statoil) ist 2019 der deutschen Brancheninitiative "Zukunft Erdgas" beigetreten. Hier dessen Plattform Aasta Hansteen im Norwegischen Meer.
Bild: © Roar Lindefjeld and Bo B. Randulff/Equinor ASA

Das Stadtwerk Haßfurt ist 2019 der Brancheninitiative "Zukunft Erdgas" beigetreten. Hier der zusammen mit Greenpeace Energy betriebene Elektrolyseur: Er zerlegt Wasser (H2O) mit Hilfe überschüssigen Windstroms in Wasserstoff (H2, "Windgas") und Sauerstoff (O2). In Nordbayern befeuert der Wasserstoff im Rahmen eines Innovations-Hubs ein Blockheizkraftwerk.
Bild: © Greenpeace Energy

Gas hat es in der deutschen Klimapolitik eher schwer. Die Mission der Brancheninitiative, die Rolle von Gas im Energiesystem der Zukunft zu definieren, findet daher Anklang bei kommunalen und internationalen Gasunternehmen. Die ZfK hat die absolute Mitgliederzahl.

Der staatliche norwegische Energieriese Equinor (vormals Statoil) gehört ebenso wie das Stadtwerk Haßfurt in Nordbayern zu den internationalen und kommunalen Neuzugängen von "Zukunft Erdgas". Die Brancheninitiative verfünffachte die Mitgliederzahl seit ihrer Gründung 2013 auf heute 132, teilte sie auf ZfK-Nachfrage mit. Im Laufe dieses Jahres kamen zehn Unternehmen dazu.

Als Gründe für den wachsenden Zuspruch aus der Gasbranche nannte Vorstand Timm Kehler, die "hohe" Bedeutung der Initiative "als Sprachrohr des klimaschonenden Energieträgers Erdgas" werde anerkannt, "beispielsweise im laufenden Dialogprozess Gas 2030 des Wirtschaftsministeriums". Ihre Mission, "die Rolle von Gas im Energiesystem der Zukunft zu definieren", finde breitere Unterstützung.

BHKW mit grünem Wasserstoff

Bei Haushaltskunden-Versorgern wie dem Stadtwerk Haßfurt punkte "Zukunft Erdgas" darüber hinaus mit Aktionen wie den "Raustauschwochen", in denen der Wechsel zu effizienten Gasheizungssystemen promotet und umgesetzt wird. 7280 Haushalte bekamen so 2018 neue Anlagen. Sie sparen dadurch neben Geld mehr als 22.000 Tonnen CO2 jährlich – so viel wie der Ausstoß von 16.000 VW Golf. Die Pressemitteilung der Initiative lobt zudem den Innovations-Hub der Haßfurter. Darin erzeugt eine zusammen mit Greenpeace Energy unterhaltene Power-to-Gas-Anlage mit Hilfe überschüssigen Windstroms aus Wasser grünen Wasserstoff. Dieser dient anschließend einem Blockheizkraftwerk (BHKW) als Brennstoff.

Den Öl- und Gaskonzern Equinor nannte Timm Kehler einen "echten Treiber der Branche". Durch "ambitionierte" Projekte wie "H21", im Rahmen dessen die englische Großstadt Leeds den Wechsel von Erdgas auf Wasserstoff probt, leiste Equinor "mutige Pionierarbeit". Der Vorstand verwies auch auf die zentrale Rolle der früheren Statoil als einem der größten Gasexporteure nach Deutschland seit über 40 Jahren.

Die Initiative hat Mitglieder aus allen Wertschöpfungsstufen der Gasbranche: Produzenten, Importeure, Fernleitungs- und Netzbetreiber sowie Stadtwerke und Betreiber von Erdgastankstellen. Ihre Aktionen werden von führenden Unternehmen der Heizgeräteindustrie und vom Fachhandwerk unterstützt. (geo)