EWI: Das Paradox der Gas-Versorgungssicherheit

Laut einer Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln fördert die schwache Nachfrage nach Gas die sichere Versorgung – vorerst noch.

Die EU als Ganzes wäre heute gegenüber Januar 2009 besser gerüstet gegen den Ausfall der Ukraine als Erdgas-Transitland. Dies ist das Ergebnis einer heute vorgelegten Studie des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln (EWI).

Den Hauptunterschied sieht das EWI im Ausbau der Infrastruktur seither. Damit meinen die Studienautoren nicht nur die Ostseepipeline Nord Stream unter Umgehung der Ukraine, sondern auch weitere Flüssigerdgas(LNG)-Terminals wie etwa in Rotterdam und die fakultative umgekehrte Strömungsrichtung an mittlerweile fast 40 % der Grenzkoppelpunkte, die Nottransporte von West nach Ost ermöglicht.

Auch die derzeitige Nachfrageschwäche hebe paradoxerweise die Versorgungssicherheit, so das EWI. Europa habe zuletzt nur noch 450 Mrd. m3/a Gas nachgefragt, während Prognosen von 550 m3/a ausgegangen seien.

Die schwache Nachfrage setze allerdings die Betreiber der damit nicht ausgelasteten Infrastruktur wirtschaftlich unter Druck. "Es ist also fraglich, ob die Versorgungslage in den nächsten Jahren auf dem hohen Niveau bleibt", so Mitautor Dr. Harald Hecking.

Die 122-seitige englischsprachige EWI-Studie mit unzähligen Grafiken und Statistiken ist über diesen externen Link abrufbar. (geo)