Open Grid Europe Hauptverwaltung Bild: Open Grid Europe GmbH

Füllstände auf historisch niedrigem Niveau

Stephan Kamphues, Sprecher der Geschäftsführung von OGE, spricht sich auf dem zweiten Energiepolitischen Dialog gegen eine nationale Erdgasreserve aus.

„Die Füllstände der Erdgasspeicher sind für diese Jahreszeit auf einem historisch niedrigen Niveau“. Dies hob Stephan Kamphues, Sprecher der Geschäftsführung der Open Grid Europe GmbH, beim zweiten Energiepolitischen Dialog seines Unternehmens am 21. Oktober in Essen hervor. Als Grund für diese Entwicklung nannte er, dass die Kosten für die Einspeicherung derzeit höher seien als der Preisvorteil, der sich beim Kauf von Sommergas ergebe.

Sollte der kommende Winter ähnlich mild wie 2014 / 2015 verlaufen, bestehe kein Anlass zur Sorge. Bei anhaltend strengen Minustemperaturen müsse die Infrastruktur jedoch in ihrer vollen Leistungsfähigkeit genutzt werden, um die Versorgung sicherzustellen. Der von Seiten der Politik gelegentlich erhobenen Forderung an einer nationalen Erdgasreserve erteile Kamphues in diesem Zusammenhang eine klare Absage. Hinsichtlich der Marktchancen von Erdgas wurde auf der Veranstaltung darauf hingewiesen, dass durch ein zunehmendes LNG Angebot der Druck auf das klassische Pipelinegas und damit auch auf die Preise zugenommen habe. Für den Energieträger sei das wichtig, da Erdgas auf Dauer in der Industrie und der Stromerzeugung nur über günstige Konditionen wettbewerbsfähig sein könne.

Auf der gleichen Veranstaltung unterstrich Garrelt Duin, Wirtschaftsminister von NRW, die Notwendigkeit des Braunkohletagebaus über das Jahr 2030 hinaus. Ein gleichzeitiger Ausstieg aus Atomenergie und Kohle sei im Rahmen der Energiewende nicht möglich, deshalb werde es mit NRW kein Kohleausstiegsgesetz geben. Gleichzeitig sprach sich Duin für verlässliche Rahmenbedingungen über mehrere Jahre aus. Diese und die öffentliche Akzeptanz von Projekten seien für Investoren eine wesentliche Voraussetzung. Nahezu jede Maßnahme – ob der Bau von Stromleitungen oder Kraftwerken – sei vor Ort umstritten. Die Politik müsse hier die Notwendigkeit des „großen Ganzen“ erklären und dürfe nicht mit Blick auf Wählerstimmen einknicken. (len)