Fast kunstvoll – die Flamme eines Gasbrenners Bild: © TU Clausthal

Gasförderung in Groningen wird zurückgefahren

In den Niederlanden wird die Gasförderung in Groningen in den kommenden Jahren deutlich reduziert. Das Kabinett wird die exakte Menge bis November festlegen.

Die niederländische Regierung kürzt die Erdgasproduktion in Groningen ab kommendem November auf ein Maximum von 19,4 Mrd. Kubikmetern. Ein Entwurf für einen entsprechend reduzierten Förderbeschluss liegt in Den Haag vor, noch bis Anfang Oktober sind Einsichtnahme und Konsultationen möglich. Das niederländische Kabinett wird Mitte November dann die endgültige Fördermenge für das kommende Geschäftsjahr festlegen.

Die Exploration in Groningen wird im Jahre 2030 komplett enden, da in den vergangenen Jahren Erdbeben, die auf die Gasförderung zurückzuführen sind, die Region erschüttert haben. Viele Häuser wurden in Mitleidenschaft gezogen. 

Umstellung auf H-Gas kommt

Die nächste Stufe der Produktionskürzung wird für spätestens Oktober 2022 angepeilt, dann sollen in Groningen nur noch zwölf Mrd. Kubikmeter durch die Pipelines fließen. Dieses Ziel könnte allerdings schon früher erreicht werden, und zwar, wenn die Nachfrage nach Erdgas mit niedrigem Brennwert, also L-Gas, wie es in Groningen gefördert wird, stärker als erwartet sinkt. Das teilte der niederländische Wirtschaftsminister Eric Wiebes mit.

Statt des in Groningen geförderten Erdgases mit niedrigem Brennwert beabsichtigt die niederländische Regierung, bis Oktober 2022 H-Gas in einer Größenordnung von bis zu 7,5 Mrd. Kubikmetern zu importieren. Die großen industriellen Gasverbraucher in den Niederlanden haben offiziell die Frist von vier Jahren genannt bekommen, um ihre Anlagen von L-Gas auf das höherwertige H-Gas umzustellen. (sig)