Geballte Innovationskraft: Alle Gewinner des Innovationspreises der Deutschen Gaswirtschaft auf einen Schlag versammelt.
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Gasinnovationspreis: Kommunal gewinnt

Dass nicht nur große Forschungseinrichtungen und internationale Unternehmen innovativ sein können, beweisen die Stadtwerke Augsburg als Preisträger des Innovationspreises der Gaswirtschaft.

Bereits zum 20sten Mal wurde der Innovationspreis der Deutschen Gaswirtschaft am Donnerstagabend in Berlin verliehen. Insgesamt fünf Preisträger aus den verschiedensten Bereichen wurden von der Jury aus Verbänden und Unternehmen, allen voran Zukunft Erdgas, BDEW, ASUE und DVGW ausgezeichnet.

Für alle Gewinner war es ein langer Weg bis zur Auszeichnung. Von Forschung und Entwicklung bis zur Markteinführung vergingen zum Teil mehrere Jahre. So auch bei der Forschungskooperation des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Institut for Advanced Sustainable Studies (IASS) aus Potsdam: Seit über vier Jahren tüfteln Chemiker und Ingenieure am Methan-Cracking. Dabei wird Erdgas via Flüssigmetalltechnologie in seine Bestandteile Wasserstoff und Kohlenstoff zerlegt. Das Kohlepulver wandert in die Industrie, während H2 als klimafreundlicher Kraftstoff Verwendung findet.

Im Kleinen liegt die Zukunft

Ebenfalls aus Karlsruhe stammen die Preisträger des Sonderpreises für Start-ups. Ineratec tüftelt bereits seit mehreren Jahren daran, klimaneutrales Erdgas herzustellen. Die Innovation liegt nicht im Syntheseverfahren an sich, sondern in der Reaktortechnologie. Das Team hat es geschafft, riesige und extrem kostspielige Power-to-X-Anlagen auf Containerformat zu "schrumpfen". Noch weiter geht das einzige, kommunale Projekt unter den Prämierten:

Die Stadtwerke Augsburg haben die erste Power-to-Gas-Anlage für den Hausgebrauch installiert und damit in der Kategorie "Effiziente Energiekonzepte" abgeräumt. In einem Mehrfamilienhaus in der Lechstadt wird im Keller aus hauseigenem PV-Strom und Wasser, H2 gewonnen der anschließend mit CO2 wiederum zu synthetischem Erdgas umgewandelt wird. Das CO2-neutrale Gas wird dann in einem BHKW zu Strom und Wärme für die Mieter.

Enorme Wirkungsgrade und Revolution im Schiffsverkehr

Für warme Füße sorgt auch das Team von Boostheat. Das Unternehmen aus Nürnberg wurde mit seiner gasbetriebenen Wärmepumpe in der Kategorie "Innovative Produkte" ausgezeichnet. Besonders bezeichnend ist der enorme Brennstoffnutzungsgrad der Anlage. Durch den Einsatz von CO2 und Wasser als Kühlmittel sind bis zu 200 Prozent möglich. Für eine Revolution in Sachen Mobilität sorgte die AIDA Nova in diesem Sommer. Als erstes Kreuzfahrtschiff ist sie mit LNG auf den Weltmeeren unterwegs. Das brachte das Rostocker Unternehmen AIDA Cruises auf das Treppchen der Sparte "Mobilität und Verkehr". Aktuell sind zwei weitere Schwesterschiffe der Nova in Planung – bis 2023 soll die Hälfte aller Kreuzfahrtgäste mit LNG-Antrieb reisen. (ls)