Gut gelaufen: der Winter 2018/2019. Doch die Gaswirtschaft bleibt wachsam. Bild: © Shutterstock

Gasnetz: Fernleitungsbetreiber ziehen Winterbilanz

Der vergangene Winter verlief relativ mild. Doch die Fernleitungsbetreiber bereiten sich trotzdem auf künftige Kälteperioden sorgfältig vor. Die Übung „Lükex 2018“ ist ein Beispiel dafür.

Die Temperaturen lagen im vergangenen Winter durchgehend oberhalb der langjährigen Tagesmitteltemperaturen. Kälteeinbrüche wie in den beiden vorhergehenden Winterperioden blieben aus. Ende März waren dementsprechend die Speicherfüllstände in Deutschland mit 52 Prozent relativ hoch. „Der zurückliegende Winter verlief aus gaswirtschaftlicher Sicht entspannt", fasst denn Ralph Bahke, Vorstandsvorsitzender des FNB Gas e. V., die Ergebnisse des Winterrückblicks der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber zusammen.

Teilweise war es bereits im Februar möglich, wieder Gas in die Speicher einzuspeisen, denn der Bedarf an Regelenergie ist im vergangenen Winter vergleichsweise gesunken. Gründe sind neben dem milden Winter vor allem der starke Rückgang der Konvertierung von H- zu L-Gas im Marktgebiet von Gaspool. Zur Deckung des Regelenergiebedarfs bei außergewöhnlichen Regelenergiesituationen hatten die Marktgebietsverantwortlichen sogenannte Long Term Options (LTO) ausgeschrieben und kontrahiert.

Mit „Lükex 2018“ eine extreme Gasmangellage geprobt

Im Winter 2018/19 exportierten die FNB weniger Gas in die westlichen Nachbarländer Belgien, Frankreich und die Niederlande. Gründe dafür sind neben den milden Temperaturen ein geändertes Marktdesign des Speichermarktes in Frankreich sowie hohe Mengen an LNG, die im Winter 2018/19 in Westeuropa angestellt wurden. „Wir, die für die Versorgungssicherheit verantwortlichen Fernleitungsnetzbetreiber, werden weiterhin alles dafür tun, die Gasversorgung selbst bei großer Kälte jederzeit sicherzustellen“, betont Bahke.

Im November 2018 bewies die länderübergreifende Krisenmanagementübung „Lükex 2018“, dass die von den Fernleitungsnetzbetreibern als Verantwortliche für die Versorgungssicherheit miterarbeiteten und etablierten Instrumente zum Bewältigen einer Gasmangellage auch in der Praxis funktionieren. Inga Posch, FNB Gas Geschäftsführerin, ergänzt: „Unser hoher Standard für eine gesicherte Gasversorgung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Gas und die Gasinfrastruktur ihre wichtigen Aufgaben für die Energiewende in Deutschland erfüllen können.“ (sig)