Gasherde sind in Deutschland selten geworden. Erdgas wird hauptsächlich zum Heizen gebraucht. Bild: © Rainer Sturm/pixelio.de

Groningen-Produktion soll auf die Hälfte reduziert werden

Die niederländische Bergwerksbehörde empfiehlt dem Wirtschaftsminister eine Drosselung der Gasproduktion im Feld Groningen auf zwölf Mrd. Kubikmeter pro Jahr. Diese Maßnahme soll in Zukunft schwere Erdbeben verhindern.

Die niederländische Bergwerksbehörde SSM (State Supervision of Mines) rät dem niederländischen Minister für Wirtschaft und Klima, Eric Wiebes, die Gasproduktion im Gasfeld Groningen zu halbieren. Diese Nachricht veröffentlichte die Behörde heute per Pressemeldung.

Ein größerer Eingriff sei notwendig, um den Sicherheit der Bevölkerung in der Region zu wahren, erklärte der Generalinspekteur der Behörde, Theodor Kockelkoren. Obwohl die SSM nicht genau vorhersagen könne, welche Erdbeben bei welcher Produktion auftreten werden, rät die Behörde dem Minister, die Gasproduktion sofort zu reduzieren – möglichst bis zu einer maximalen Produktionsmenge von zwölf Mrd. Kubikmeter (cbm) pro Jahr. Die Unsicherheiten bei dieser Einschätzung seien groß. Deshalb fiel die Entscheidung sehr drastisch aus. Schließlich gehe es um die Sicherheit der Bewohner von Groningen, sagte der Generalinspekteur der Minen.

Bekanntlich kam es am 8. Januar in der Region um Groningen zu einem Erdbeben der Stärke 3,4 auf der Richterskala. Es war das heftigste Erdbeben seit dem 16. August 2012 – damals wurde eine Stärke von 3,6 auf der Richterskala gemessen. In der Region Groningen liegt das Erdgasfeld Groningen, das größte Gasfeld Westeuropas, das zu großen Teilen ein Drittel Deutschlands mit Erdgas versorgt: mit niederkalorischem L-Gas; etwa 60 Prozent des in Deutschland verbrauchten L-Gases kommt aus den Niederlanden, 40 Prozent aus deutscher Förderung. Im Nachgang des Bebens in Holland von 2012 sahen Experten die Ursache des Erdbebens in der Gasexploration des Feldes Groningen. Von daher wurde sukzessive die Produktion im Gasfeld Groningen reduziert: von 53,8 Mrd. cbm im Jahr 2013 auf zuletzt 21,6 Mrd. cbm pro Jahr.

Wird nun die Produktion weiter reduziert, käme es zu Versorgungsengpässen. Die Arbeitsgemeinschaft Erdgasumstellung hat deshalb jüngst die Bundesnetzagentur aufgefordert, mit der niederländischen Regierung ins Gespräch zu kommen, damit die Versorgungssicherheit von L-Gas in Deutschland gesichert bleibt. (al)