Großbritannien will Fracking wieder erlauben

Nach sechs Jahren Moratorium will England die umstrittene Gasförder-Methode wieder einsetzen. Der Staat lockt mit günstigen steuerlichen Bedingungen.

Wegen der Ukraine-Krise überlegt Großbritannien, mit Fracking im eigenen Land unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden, berichtet der "Stern". Demnach zeige der britische Finanzminister George Osborne noch weitere Ambitionen: "Ich will, dass Großbritannien bei der Schiefergas-Revolution vorne mit dabei ist", zitiert das Blatt den Minister.

Bis Ende 2012 gab es auf der Insel ein Moratorium, das Energieversorgern untersagte, durch Fracking Gas zu gewinnen. Insgesamt sei dort seit sechs Jahren nicht mehr gefrackt worden. Der US-Energieinformationsbehörde EIA zufolge liegt das mögliche Schiefergasvorkommen in Großbritannien bei 736 Mrd. m3. Experten würden vor allem in Nationalparks und geschützten Regionen sowie in den umliegenden Gebieten die größten Schiefergasvorkommen erwarten. Fracking-Gegner kündigten daher schon Proteste an, schreibt der "Stern".

London kommt den Konzernen für das Fracken auf finanzieller Ebene entgegen: So sollen statt der üblichen 62 % Abgaben bei Unternehmensgewinnen in der Öl- und Gasindustrie beim Fracking nur 30 % fällig werden. Betroffene Gemeinden sollen umgerechnet 120 000 € und 1 % des Umsatzes erhalten. Im Herbst starten voraussichtlich die ersten Probebohrungen. Die französischen Energieunternehmen Total und GDF Suez sind nach "Stern"-Informationen an der Gasförderung beteiligt. (sg)