Nicht nur die Industrie in Mitteldeutschland soll vom Wasserstoff aus Bad Lauchstädt profitieren, auch im Verkehr kann Wasserstoff als umweltfreundliche Alternative zu Erdgas eingesetzt werden.
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H2-Produktion und Speicherung im großen Stil

In Mitteldeutschland planen fünf Projektpartner einen Elektrolyseur im Industriemaßstab. Ein unterirdischer Salz-Speicher ergänzt das Megaprojekt.

In Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) wollen fünf Experten aus dem Gasgeschäft, darunter VNG Gasspeicher GmbH, Ontras, sowie Uniper, eine 40 MW starke Power-to-Gas-Anlage errichten. Betrieben werden soll der Elektrolyseur ausschließlich mit Windstrom. Eine Riesenanlage braucht natürlich auch einen entsprechend großen Speicher. Auch der ist bereits in Planung

Der Mega-Elektrolyseur soll bis zu 40 MW aus dem benachbarten Windpark in „grünen“ Wasserstoff umwandeln. Anschließend soll das Erneuerbaren-Gas in die bestehende Erdgasinfrastruktur eingeleitet werden und der regionalen Chemie-Industrie zur Verfügung stehen. Aber als Erdgas-Alternative an Tankstellen könnte das H2 Abnehmer finden.

Gasinfrastruktur muss angepasst werden

Bevor es soweit ist, muss allerdings das vorhandene Erdgasnetz umgewidmet und an einen Wasserstoffanteil angepasst werden. Da der netzdienliche Einsatz der Anlage im Fokus für die Projektpartner steht, soll auch eine neue Speichertechnologie in der Praxis erprobt werden.  Eine unterirdische Salzkaverne soll bis zu 50 Mio. Kubikmeter Wasserstoff vorhalten können. Das entspricht etwa der vierfachen Speicherleistung eines Pumpspeicherkraftwerks.

Anfang 2020 soll die Elektrolyseur-Speicher-Kombination in Betrieb gehen. Für eine Förderung haben sich die Projektpartner beim Bundeswirtschaftsministerium beworben. Der „Energiepark Bad Lauchstädt“ wurde beim Ideenwettbewerb „Innovationen für die Energiewende“ eingereicht. (ls)