Am Brunsbütteler Hafen wollen die niederländischen Firmen Gasunie und Vopak gemeinsam mit der Hamburger Oiltanking GmbH ein LNG-Terminal errichten.
Bild: © Bodo Mark

LNG-Projekt Brunsbüttel: Der Widerstand wächst

Die zukünftigen Betreiber des Terminals versuchen durch Bürgerdialoge die Zustimmung für das Projekt zu erhalten. Auch auf infrastruktureller und politischer Ebene zeigen sich neue Probleme.

Noch ist die Entscheidung über ein Terminal für verflüssigtes Erdgas (LNG) in Brunsbüttel nicht gefallen. Die potenziellen Betreiber suchen bereits den Dialog mit Bürgern und Kritikern. Am 13. und 20. Februar werde die German LNG Terminal gemeinsam mit dem Klimabündnis gegen LNG sowie einer Reihe von externen Experten über das geplante Terminal diskutieren, teilte das Unternehmen in Hamburg mit.

Gegen das geplante Terminal regt sich zunehmend Widerstand. Ein Bündnis aus verschiedenen Gruppen hat 67.000 Online-Unterschriften gegen eine staatliche Förderung des Terminals gesammelt. Bei den Terminal-Gegnern handelt es sich um einen ähnlichen Personenkreis wie bei den Protesten gegen Fracking und die Deponierung von CO2 in Schleswig-Holstein. Diese beiden Projekte haben die Aktivisten erfolgreich verhindert.

Infrastrukturelle Probleme

Die Kritik richtet sich gegen fossile Brennstoffe allgemein, da auch Erdgas klimaschädliches CO2 ausstößt. Die Partei Die Linke stört sich zudem daran, dass über das geplante Terminal LNG aus den USA importiert werden könnte, das mit der umstrittenen Fracking-Methode gefördert wurde. Die Linke hat sich klar gegen das LNG-Terminal positioniert; ansonsten genießt das Projekt im politischen Raum viel Unterstützung. Der Aufbau einer LNG-Infrastruktur in Deutschland wird in den Koalitionsverträgen sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene befürwortet. LNG gilt als umweltfreundlicher Treibstoff für Schiffe und Lastwagen sowie als weiterer Versorgungsweg und Ergänzung der Gasleitungen aus Russland.

Das offizielle Genehmigungsverfahren für das 500 Mio. Euro teure Projekt soll in ungefähr zwei Monaten beginnen. Neben Brunsbüttel bewerben sich auch Wilhelmshaven und Stade als Standort für solch ein Terminal. Einen Rückschlag erlitt das Brunsbütteler Projekt im Dezember, als die Bundesnetzagentur die Anbindung des geplanten Terminals an das bundesweite Gasnetz nicht in seine Planungen aufnahm. Damit müsste die Betreibergesellschaft eine rund 80 Mio. Euro teure Pipeline selbst bezahlen. Die German LNG Terminal GmbH hat dagegen Beschwerde eingelegt. Es geht darum, ob das Terminal ebenso angebunden werden muss wie der Endpunkt einer Pipeline.

Investitionsentscheidung liegt bei den Unternehmen

Die möglichen Investoren, ein Joint Venture der niederländischen Firmen Gasunie und Vopak und der Hamburger Oiltanking GmbH, sind weiter auf der Suche nach Kunden. Sie haben bereits mehrere Vorverträge mit künftigen LNG-Abnehmern abgeschlossen. Offen ist bislang, ob und in welcher Höhe der Bund eines der Projekte fördern wird. Die Investitionsentscheidung treffen am Ende die Unternehmen. (dpa/hol)