Andreas Kuhlmann, Dr. Timm Kehler und Prof. Dr. Gerald Linke (v.l.n.r.) bei der Unterzeichnung des Vertrags zur Gründung einer LNG-Taskforce. Bild: www.rolandhorn.de

LNG-Taskforce gegründet

Die Plattform soll gemeinsam mit der Politik den Weg ebnen, LNG im Schwerlastverkehr einzuführen.

Die Deutsche Energie-Agentur (Dena), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und die Brancheninitiative Zukunft Erdgas haben gestern (30. Nov. 15) einen Vertrag zur Gründung einer LNG(Liquified Natural Gas)-Taskforce unterzeichnet. Diese ist Teil der bereits bestehenden Initiative Erdgasmobilität, die Fahrzeughersteller, Tankstellenbetreiber sowie Erdgas- und Biogaswirtschaft vereint und durch die Dena koordiniert wird.

Die Partner wollen gemeinsam Markthindernisse abbauen, der Politik Empfehlungen aussprechen, Standards und Normen entwickeln, erste Projekte umsetzen, eine Mindestinfrastruktur ausbauen und über nationale Aktivitäten zu LNG informieren. Bislang fehlte hierfür in Deutschland eine entsprechende nationale Kompetenzstelle. Diese Lücke will die Taskforce unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun schließen.

"Ziel der Bundesregierung ist es, den Markteintritt von LNG im Schwerlastverkehr zu beschleunigen. Wir wollen auch in Zukunft bezahlbare, saubere und sichere Mobilität ermöglichen und die Kraftstoffbasis verbreitern. Genau deshalb fördern wir LNG als umweltfreundliche und preislich wettbewerbsfähige Alternative zu herkömmlichen Antrieben im Logistiksektor", sagte Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Für die Initiative wurde als Vorbild das Beispiel Niederlande gewählt. Dort gibt es seit drei Jahren eine solche Plattform (www.nationaallngplatform.nl). Während bei der niederländischen Plattform sowohl LNG im Schwerlastverkehr als auch der Ausbau der Infrastruktur für die Schifffahrt promotet wird, ist bei der deutschen Plattform nur der Aspekt Schwerlastverkehr fokussiert.  
 
Handlungsdruck besteht über die im Oktober 2014 veröffentlichte EU-Richtlinie zum Aufbau der Infrastrukturen für alternative Kraftstoffe. Der Vorstand von Zukunft Erdgas, Dr. Timm Kehler: "Im Schwerlastverkehr auf langen Strecken gibt es bislang keine Alternative zu Diesel. Mit LNG ändern wir das. Wir wollen zeigen, dass wir den Transport günstiger und umweltverträglicher organisieren können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn dieser Beweis geführt ist, können wir den Markt entwickeln." (al)