Leuchtturm bei Goury. Frankreich will Ebbe und Flut am Ärmelkanal für ein Gezeitenkraftwerk nutzen.
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Navigant veröffentlicht Studie zur Zukunft der Wasserstoffnutzung

Die Reduktion von Treibhausgasemissionen auf Null erfordert große Mengen an erneuerbarem Strom. Die Nutzung von blauem Wasserstoff ist das Ziel, Biogas kann die Belastungen auf dem Weg dorthin deutlich reduzieren.

Navigant hat im Auftrag der Initiative "Gas for Climate" eine Studie zur Dekarbonisierung der Welt erstellt. Darin wird die Rolle von Gas und Gasinfrastrukturen für das Gelingen der Energiewende untersucht. Der mit Abstand kostengünstigste Weg zur Dekarbonisierung ist die Kombination von Strom mit erneuerbaren Gasen wie Wasserstoff und Biomethan unter Nutzung existierender Gasinfrastrukturen. Denn erneuerbares Gas ermöglicht im Zusammenspiel mit anderen Energiequellen wie Wind und Sonne eine bedarfsgerechte Stromerzeugung und ist sogar eine Alternative für den Schwerlastverkehr.

Die bestehende Gasinfrastruktur spielt für den Transport erneuerbarer Gase zu den verschiedenen Abnehmern eine essenzielle Rolle. Konkret ergibt sich aus der Studie, dass durch die Verwendung von rund 2.900 TWh – also rund 270 Mrd. m³ Erdgasäquivalent – an erneuerbarem Methan und an Wasserstoff in intelligenter Kombination mit erneuerbarem Strom im Jahre 2050 in der EU jährlich 217 Mrd. Euro einsparen lassen. Die Gasnetze können dann – je nach regionaler Verfügbarkeit – sowohl für den Transport von Wasserstoff als auch Biomethan genutzt werden.

Auf dem Weg zum blauen Wasserstoff

Die Navigant-Experten sehen eine erste wichtige Rolle für blauen Wasserstoff (d.h. klimaneutralen Wasserstoff aus Erdgas mit CO2-Abscheidung und -Speicherung) beim Aufbau eines Wasserstoffmarktes und der gleichzeitigen Entwicklung neuer Anwendungen. Der blaue Wasserstoff würde nach Anstieg des Anteils an erneuerbarem Strom und einer einsetzenden Kostensenkung ab etwa 2050 allmählich durch grünen Wasserstoff ersetzt. So entstünde ein vollständig erneuerbares Energiesystem.

In einer gemeinsamen Stellungnahme erklärten die CEO der neun Mitgliedsorganisationen: "Die neue Studie zeigt, dass Gas und die Gasinfrastrukturen zusammen mit den Strominfrastrukturen für die künftige dekarbonisierte Energieversorgung unentbehrlich sind. Wir unterstützen den Weg zu einem vollständig erneuerbaren Energiesystem, in dem Biomethan und grüner Wasserstoff in intelligenter Kombination mit erneuerbarem Strom eine zentrale Rolle spielen. Dabei ist uns bewusst, dass blauer Wasserstoff die Dekarbonisierungsbemühungen in den kommenden Jahrzehnten erheblich beschleunigen kann." (sig)