Die Co-Elektrolyse produziert in einem Schritt Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid.
Bild: © Sunfire

Sunfire nimmt erste Co-Elektrolyse in Betrieb

Mit der Technologie ist die Produktion von Synthesegas in einem einzigen Schritt unter Einsatz von Wasser, CO2 und Ökostrom möglich. Der künftige Wirkungsgrad soll bei 80 Prozent liegen, so Sunfire.

Der technologische Durchbruch seiner Hochtemperatur-Co-Elektrolyse ist Sunfire nach eigenen Angaben schon im November 2018 im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Kopernikus-Projekts Power-to-X gelungen. Die erfolgreich im Testbetrieb gelaufene Anlage soll nun in den kommenden Wochen nach Karlsruhe ausgeliefert und dort in Kombination mit den Technologien von Climeworks, Interatec und dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einem Container zu einer autarken Anlage verbunden werden. Bis Ende August soll damit die integrierte Produktion des synthesischen Rohölersatzes e-Crude demonstriert werden; erstmalig in einem durch die Co-Elektrolyse ermöglichten Zwei-Stufen-Prozess in dieser Größenordnung, erklärt Sunfire. Mit einer Eigenleistung von zehn Kilowatt (DC) produziert diese bis zu vier Normkubikmeter (Nm3) Synthesegas.

Bislang waren bei Power-to-Liquid-Verfahren zwei getrennte Prozessschritte nötig, um Wasserdampf in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen und Kohlenstoffdioxid zu Kohlenstoffmonoxid zu reduzieren. Die Besonderheit am Sunfire-Verfahren ist, dass sich mit der Co-Elektrolyse Wasserstoff und Kohlenstoffmonoxid in nur einem einzigen Prozessschritt gewinnen lassen. Damit erhöhe sich die Effizienz des Gesamtverfahrens erheblich und somit reduzieren sich auch die Investitions- und Betriebskosten, erläutert Sunfire. Gleichzeitig reduziere sich der Platzbedarf durch die einstufige Technologie.

Am 1. Januar hat Sunfire zudem mit der Skalierung der Hochtemperatur-Co-Elektrolyse im industriellen Maßstab begonnen – zunächst mit einer Eingangsleistung von 150 Kilowatt (DC). Dies erfolgt im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts "SynLink". Das multiplizierbare Co-Elektrolyse-Modul soll perspektivisch in einem norwegischen Projekt des Partners Nordic Blue Crude zum Einsatz kommen. Hier soll eine erste kommerzielle Anlage entstehen, die jährlich zehn Millionen Liter bzw. 8000 Tonnen des synthetischen Rohölersatzes e-Crude auf Basis von 20 MW Eingangsleistung produzieren kann.

Synthesegas findet, außer bei der Herstellung von Kraftstoffen, auch in anderen Bereichen der Industrie Abnehmer: etwa in der Chemieindustrie, bei der Herstellung von Kunsstoffen oder im Kosmetiksektor. (sg)