Wasserstoff-Beimischung bis 10 % möglich

Ein Forschungsvorhaben prüfte, welche Auswirkungen eine höhere Wasserstoff-Zugabe auf die Gasinfrastrukur hat.

Eon und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW) haben in einem mehrmonatigem Test verifiziert, wie viel Wasserstoff einem normalem Erdgasverteilnetz beigemischt werden kann. Bei der GAT 15 veröffentlichten die Projektpartner nun die überraschenden Ergebnisse.

Eon und der DVGW überprüften im Erdgasverteilnetz der Schleswig-Holstein Netz AG mit seiner bestehenden Infrastruktur und Gerätetechnik über mehrere Monate die Wirkung steigender Anteile an Wasserstoff. Bislang wurden direkte Netzeinspeisungen mit unveränderter Gerätetechnik nur bis zwei Volumen-Prozent Wasserstoff erforscht. Das DVGW-Forschungsprojekt "Ermittlung der Wasserstofftoleranz der Erdgasinfrastruktur und assoziierten Anlagen" überprüfte das Polyethylen-Netz vor und während der Einspeisung ohne feststellbare Auffälligkeiten. Die Einspeisung erfolgte bei deutlich fluktuierender Erdgasabnahme in mehreren Stufen von 4, 6, 5 und 9 Volumen-Prozent Wasserstoffbeimischung. Durch begleitende Messungen an zahlreichen Kundenanlagen konnte die Wasserstoffkonzentration und Abgaszusammensetzung am jeweiligen Gasgerät erfasst werden. Neben den Messungen wurden auch Rückmeldungen von Kunden bzw. Handwerkern in der Analyse des Feldtests berücksichtigt.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Gesamtheit der Kohlenstoffmonoxid-Messergebnisse blieb praktisch unverändert und liegt in dem Bereich, der auch durch die Schornsteinfegerstatistik der letzten Jahre ausgewiesen wird. Im Ergebnis brachten die umfassenden Feld- und Laboruntersuchungen keine Hinweise für Einschränkungen der zulässigen Grenzen für die Wasserstoffeinspeisung, die in den DVGW-Arbeitsblättern G 260 und G 262 geregelt sind. Gleichwohl gebe es noch Forschungsbedarf hinsichtlich einiger zentraler Elemente wie etwa Erdgasspeicher, Gasturbinen und den Tanks von Erdgasfahrzeugen, so die Studie. Vertiefte Untersuchungen und wissenschaftliche Begleitforschungen sind derzeit Gegenstand von Folgeprojekten im Rahmen der DVGW-Forschung, um die noch offenen Fragen zu klären.

Ein Studienvorbericht findet sich auf den Seiten der DVGW energie | wasser-praxis. (al)