Die norwegische Fregatte "KNM Helge Ingstad" liegt nach einer Kollision mit dem Tanker "Sola TS" im Wasser. Bei der Rückfahrt vom Nato-Manöver Trident Juncture ist die norwegische Fregatte mit dem Tankschiff kollidiert. Die Fregatte hat Schlagseite und droht nach Einschätzung der Feuerwehr zu sinken.
© Marit Hommedal/NTB scanpix/dpa

Weniger Gas aus Norwegen nach Schiffskollision

Am Donnerstagmorgen ist ein norwegisches Kriegsschiff in den Nähe der Stadt Bergen mit einem Öltanker zusammengestoßen. Aus Vorsicht schloss Gassco die wichtige Gasaufbereitungsanlage Kollsnes.

Die Kollision eines norwegischen Marineschiffs mit einem Öltanker am Donnerstag droht, das Kriegsschiff sinken zu lassen, verletzte acht Menschen leicht und löste eine Kettenreaktion in Norwegens Gasinfrastruktur aus, die auch Deutschland betrifft.

Am Donnerstag (8. November) um 7.53 Uhr wurde dem norwegischen Ferngasnetzbetreiber (FNB) Gassco gemeldet, dass die Fregatte "KMS Helge Instad" vor dem südnorwegischen Bergen mit dem Öltanker "Sola" zusammengestoßen war. Das Kriegsschiff droht zu sinken. Es war auf der Rückkehr vom NATO-Manöver "Trident Juncture", auf dem es U-Boote gejagt hatte. Das meldet das Portal T-Online. Die 137 Mann Besatzung wurden evakuiert, acht Matrosen wurden leicht verletzt. Die Marine versuchte am Donnerstag, die havarierte Fregatte zum nahen Stützpunkt Haakonsvern zu schleppen.

Vestprosess – Kollsnes – Emden

Der in Malta registrierte Öltanker "Sola", der mit 625.000 Liter Rohöl beladen und von einem Schlepper begleitet war, wurde nur leicht beschädigt. Seine Besatzung blieb unverletzt.

Als Vorsichtsmaßnahme nach dem Unglück schloss Gassco die Pipeline "Vestprosess", die Kondensat von der Gasaufbereitungsanlage Kollsnes über das Ölverschiffungsterminal Sture – beide auf einer Insel vor Bergen – zum Festland in die Raffinerie Mongstad führt. Infolgedessen musste sie Kollsnes selbst ebenfalls herunterfahren.

Seit Nachmittag geringere Gasflüsse

Der FNB Gassco kündigte daher geringere Gas-Exportflüsse via Exportpipelines auf den Kontinent an. Gas aus dem südnorwegischen Kontinentalschelf kommt im französischen Dünkirchen, im belgischen Zeebrugge sowie in Emden und Dornum an. Gegenüber Mittwoch sank das Anlandevolumen auf Tagesbasis nur leicht: von 314 auf 310 Mio. Standardkubikmeter (MSm3).

Nach 17 Uhr exportierte Norwegen nur noch so viel zum Festland, dass es ein Tagesvolumen von 200 Mio. MSm3 ergeben hätte. Dies geht aus einer Transparenzplattform von Gassco hervor. Erdgas braucht je nach Pipelinelänge bis zu sieben Tage, um von einer norwegischen Aufbereitungsanlage nach Deutschland zu kommen. Deutschland war in den vergangenen Monaten unterm Strich sehr gut mit Importgas aus Norwegen, Russland und Holland versorgt. Die deutschen Speicherstände waren Ende Oktober mit 88 Prozent, so Gas Infrastructure Europe (GIE), relativ hoch. (geo)