Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina in Sachsen-Anhalt auf.

Die Sonne geht hinter technischen Anlagen des Erdgasspeichers Katharina in Sachsen-Anhalt auf.

Bild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das milde Wetter im November führte dazu, dass es bislang nur geringere Ausspeicherungen gegeben hatte. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Initiative Energien Speichern (Ines). Der Gasspeicherfüllstand sei derzeit überdurchschnittlich hoch: In Deutschland liegt er aktuell bei 91,56 Prozent, europaweit bei über 90 Prozent.

Dabei sei der Gasverbrauch im Oktober und November 2023 auf 1,9 beziehungsweise 3,0 TWh pro Tag im Monatsmittel angestiegen und kommt langsam an das Niveau des vergangenen Winters heran.

Zum Jahreswechsel erwartet Ines bei Normaltemperaturen wie im EU-Wetterjahr 2016 einen Füllstand von 74 Prozent. Zum Ende Januar rechnen die Experten dann mit einem Rückgang auf 56 Prozent. Die gesetzliche Mindestvorgabe liegt für diesen Zeitpunkt bei 40 Prozent. Damit bestätigte Ines im Wesentlichen ihre Prognose aus dem Vormonat.

Bis März geht der Füllstand kontinuierlich zurück und erreicht denn den Stand von 35 Prozent, so die Erwartung von Ines. Ab dann steigt er Speicherfüllstand wieder und erreicht Ende April dann 43 Prozent mit einer weiter steigenden Tendenz.

Kälteszenario ist "weniger wahrscheinlich"

Bei besonders kalten Temperaturen wie im europaweiten Referenzjahr 2010 kann es im Februar zu einem Gasmangel von rund 11 TWh und im März von 10 TWh kommen, heißt es im Szenario. Diese Füllstandsentwicklung sei vor dem Hintergrund eines Temperaturvergleichs vergangener Jahre aber als "weniger wahrscheinlich" zu bewerten.

LNG-Importkapazitäten nicht ausgeschöpft

Im Jahr 2023 wurden über europäische Importterminals LNG-Mengen im Umfang von etwa 4,2 TWh pro Tag eingeführt. Der Schwerpunkt der LNG-Importe lag dabei in Nordwesteuropa. Über Frankreich erreichten Europa 800 GWh LNG, über die Niederlande 600 GWh und über das Vereinigte Königreich 500 GWh täglich.

Die europäischen LNG-Terminals verfügen derzeit über eine Importkapazität von 8,2 TWh pro Tag, somit blieb ihr wesentlicher Teil unausgelastet. Über den Zeitraum von Januar bis November 2023 im Mittel verfügten insbesondere Spanien mit 1,2 TWh, das Vereinigte Königreich mit 1,1 TWh und Frankreich mit 0,5 TWh täglich über die größten ungenutzten LNG-Importkapazitäten. (am)

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