Belectric weiht Dünnschicht-Solarkraftwerk ein

Auf dem einst bedeutendsten sowjetischen Militärflughafen Mitteleuropas steht heute Europas größtes Solarkraftwerk aus Dünnschichtmodulen.

Das bereits vor einigen Monaten im brandenburgischen Templin ans Netz gegangene größte europäische Dünnschicht-Solarkraftwerk ist gestern offiziell eingeweiht worden. 1500 Solarmodule auf einer Fläche so groß wie 300 Fußballfelder liefen bei Hochdruckwetterlage während des Festaktes mit voller Leistung.

Das Unternehmen Belectric Solarkraftwerke GmbH hat das Kraftwerk im Spätsommer vergangenen Jahres in nur vier Monaten errichtet. Die installierte Leistung der Anlage liegt bei 128 MW. Die hohen Strahlungswerte im sonnenreichen Nordosten Brandenburgs werden voraussichtlich für eine Solarstrom-Produktion von mehr als 120 Mio. kWh/Jahr sorgen. Haushalte bis in die Hauptstadt Berlin sollen künftig mit Templiner Strom versorgt werden. 90 000 t CO2/Jahr spart die Anlage nach Angaben von Belectric ein. Bernhard Beck, Geschäftsführer des Solarunternehmens, betont, dass solare Großkraftwerke Kostenvorteile gegenüber Photovoltaik-Kleinanlagen haben. Die Erzeugungskosten der Templiner Anlage seien in etwa mit dem Niveau von Onshore-Windkraftanlagen vergleichbar. Bisher sei die Erzeugung von Strom aus Wind immer preisgünstiger als die aus Sonne gewesen. Bei einer Vergütung von 9 ct/kWh lt. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) könne das Kraftwerk etwa 12 Mio. €/Jahr einspielen. Aufgrund der veränderten politischen Rahmenbedingungen in Deutschland können solche Großanlagen nicht mehr gebaut werden. (msz)