Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg ist Hessens größtes Kraftwerk. Bild: © Uniper

Staudinger 5 läuft jetzt doch weiter

Das größte Kraftwerk Hessens soll im Sommer 2019 und 2020 wieder Strom und Wärme produzieren. In diesem Sommer war die Anlage drei Monate vom Netz. Uniper sieht wieder bessere Chancen am Strommarkt.

Das Steinkohlekraftwerk Staudinger 5 bei Hanau soll künftig auch in den Sommermonaten wieder Strom für den Markt produzieren. Dies kündigte Uniper als Betreiber des Kraftwerks dem Übertragungsnetzbetreiber Tennet und der Bundesnetzagentur an. Die Stilllegungsanzeige von Ende Oktober letzten Jahres für die Sommermonate Juni bis August 2019 und 2020 wurde damit widerrufen. Der Grund für diese Entscheidung ist, dass das Kraftwerk aufgrund der veränderten Preissituation am Markt nach aktueller Bewertung wieder bessere Chancen hat, Erlöse in der Stromproduktion zu erzielen. Abhängig von der Marktentwicklung behält sich Uniper eine Neubewertung der Situation vor.

Uniper hatte die vorläufige Stilllegung von Staudinger 5 gemäß Energiewirtschaftsgesetz und Netzreserveverordnung in den Sommermonaten (Juni bis August) der Jahre 2018-2020 angemeldet. 2018 stand das Kraftwerk in den drei Sommermonaten still.

Strom für 750.000 Kunden

Das Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg ist das größte konventionelle Kraftwerk in Hessen. Der mit Steinkohle befeuerte Block 5 (510 MW Nettoleistung) wurde 1992 in Betrieb genommen und produziert überwiegend Strom im Mittellastbereich für den Strommarkt. Die am Standort Staudinger insgesamt erzeugte Menge Strom reicht aus, um rund 750.000 Kunden zu versorgen. Außerdem erzeugt das Kraftwerk Fernwärme für mehr als 20.000 Haushalte in Großkrotzenburg und Hanau.

Die Blöcke 1 bis 3 wurden bereits in den Jahren 2012 und 2013 stillgelegt. Block 4 (1977, 580 MW Nettoleistung) ist ein Gaskraftwerk und wird durch den Netzbetreiber Tennet als Reservekapazität und zur Stabilisierung des Stromnetzes eingesetzt. Im Block 5 kam es am 12. Mai 2014 zu einer Explosion. Daraufhin musste das Kraftwerk bis Januar 2015 vom Netz gehen. (al)