Gemeinsame Inbetriebnahme: (von links) Lothar Blank, Sales-Manager smartflower, Oberbürgermeister Hansjörg Eger und SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring. Bild: SWS

Solarblume erblüht in Speyer

Sobald die Sonne aufgeht, entfaltet die "smartflower" wie eine Blume mehrere Solarmodulflächen – mit 40 Prozent mehr Leistung als Dachkolllektoren.

Auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Speyer erblüht seit 19. Mai die erste Solarblume in der Rheinland-Pfalz. Die so genannte "smartflower" ist eine Erfindung aus Österreich und soll laut Hersteller 40 Prozent mehr Leistung als Dachkollektoren erbringen.

Lothar Blank, Sales-Manager von "smartflower" – ein junges Unternehmen, das vor fünf Jahren auf den Markt kam – ist vor acht Jahren nach Italien ausgewandert, dem Vorsprung bei den Erneuerbaren wegen. Da Speyer jedoch seine Heimatstadt ist, freut sich Blank, die Solarblume dort präsentieren zu können. "Die Solarblume geht mit der Sonne auf und mit ihr wieder unter", beschreibt er die Besonderheit. Die Leistungsfähigkeit entspricht einer vier kW-Dachanlage. Durchschnittlich 3500 kWh Sonnenstrom pro Jahr liefert die Blume laut Blank.

Die Steuerung der Solarblume erfolgt astronomisch und ist in zwei Achsen beweglich. Haben sich die einzelnen Solarblüten geöffnet, folgt der Fächer automatisch der Sonne und stellt sich in einem 90-Grad-Winkel zu ihr auf. Um die Blume vor Schäden bei Wind zu schützen, überwachen Sensoren die Luftbewegung. Ab 63 Stundenkilometern oder mehr klappt sie sich ein.

Insgesamt haben die Stadtwerke Speyer für "smartflower" 15 000 Euro investiert. SWS-Geschäftsführer Wolfgang Bühring spricht von einer überschaubaren Investition, um Erfahrungen mit einer neuen Technologie zu sammeln. Derzeit ruhen die Bestrebungen einen großen Windpark zu errichten. Die Solarblume hingegen konnte problemlos angebracht werden. "Da sie keine Dachanlage ist, profitiert sie nicht vom EEG", erklärt Bühring. Der erzeugte Strom soll zum einen in die Ladestation für Elektromobile sowie in das Betriebsgebäudenetz eingespeist werden. "Was der Stern für Mercedes Benz ist, ist die "smartflower" für die Stadtwerke", so Bühring. (sg)