Grundidee des Modellversuchs: Überschüssiger Ökostrom muss nicht abgeregelt werden, sondern fließt in vorhandene Wärmestrom-Anlagen. Bild: EnBW

Modellversuch: Aus Ökostrom werde Wärme

Wenn zuviel erneuerbare Energien in die Netze dringen ist die Systemstabilität gefährdet. Wärmestrom-Anlagen sollen nun Abhilfe schaffen.

EnBW will im Rahmen eines Modellversuches im badischen Boxberg (Main-Tauber-Kreis) testen, inwieweit überschüssiger Ökostrom in Wärmestrom-Anlagen wie Speicherheizungen und Wärmepumpen eingesetzt werden kann. Die Stadt wurde ausgesucht, weil es hier neben einem Umspannwerk eine besonders günstige Konstellation aus Windkraft- und Photovoltaik-Einspeisung sowie eine ausreichende Zahl an Wärmestromanlagen gibt.

Das Potenzial ist nicht unerheblich: So entspricht die Leistung aller im Versorgungsgebiet der EnBW installierten Wärmestrom-Anlagen rechnerisch der Leistung von zwei bis drei Großkraftwerken. Doch zunächst wird die EnBW 15 Wärmestrom-Kunden aus Boxberg für das Projekt auswählen. Bis Herbst nächsten Jahres sollen es rd. 150 werden. Bei ihnen wird ein Zusatzgerät installiert, das es ermöglicht, die Anlage bei Bedarf zu regeln. Der Pioniergeist der Teilnehmer wird zusätzlich mit einem kleinen Obulus belohnt. (msz)