Stadt der Speicher startet

Mit dem Projekt wollen die Stadtwerke Herten und Wunsiedel sowie Partner die "Verschiebepotenziale" innerhalb einer Stadt erkennen und bemessen.

Das Projekt "Stadt der Speicher" in Herten geht heute an den Start: Drei Blockheizkraftwerke in einem Freizeitbad, einem Hallenbad und einem Nahwärmenetz sowie drei Wärmepumpen, eine Photovoltaikanlage, ein Lithium-Ionen-Speicher und eine private Elektrospeicherheizung bilden die Eckpfeiler des Projekts. Macher sind die Stadtwerke Herten und Wunsiedel sowie Experten der Institute Technische Universität Dortmund und Fraunhofer Umsicht. Weiteres Wissen kommt von der Robert Bosch GmbH und der Bittner+Krull Softwaresysteme GmbH.

Zum Prinzip der Anlage: Auf Basis aktueller Wetter- und Preisprognosen wird ein optimaler Fahrplan für jede Anlage im System berechnet. Bei viel PV- und Windenergie im Stromsystem und geringen Börsenpreisen werden die elektrischen Verbraucher wie Wärmepumpen und Speicherheizungen zugeschaltet. Ist der Preis jedoch hoch, werden die Blockheizkraftwerke eingesetzt und produzieren sowohl Strom als auch Wärme. Die Wärmespeicher puffern die Wärme der jeweiligen Anlagen und stellen dabei sicher, dass der Komfort zu keiner Zeit beeinträchtigt wird.


Noch fällt es selbst den Ingenieuren von der Technischen Universität Dortmund und Fraunhofer Umsicht schwer, die "Verschiebepotenziale", die in jeder Stadt individu­ell anders schlummern, zu schätzen. Die Stadtwerke Herten je­doch werden bald – nach drei Jahren Pionierarbeit – zu den ers­ten gehören, die erkennen können, welche Schätze zukünftig in solchen Virtuellen Speichern, bestehend aus modern-vernetz­ten Strom- und Wärmeanlagen, gehoben wer­den können – und tüfteln bereits jetzt an entsprechenden Dienst­leistungen. (al)