Wegen des Tagebaus Garzweiler mussten in der Vergangenheit bereits zahlreiche Dörfer abgerissen und deren Bewohner umgesiedelt werden. Bild: RWE AG

Rot-Grün verkleinert Braunkohletagebau Garzweiler

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen will das Abbaugebiet des Braunkohletagebaus Garzweiler einschränken. RWE kritisiert das Vorhaben.

Hannelore Kraft, Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen kündigte an, etwa 300 Mio. t Braunkohle unangetastet zu lassen, berichtet die "Rheinische Post". Die Landesregierung habe zwar ihren Kurs nicht verändert, aber die energiepolitischen Rahmenbedingungen hätten sich in den vergangenen Jahren "dramatisch geändert", habe Kraft geäußert. Die Braunkohle sei für ein Drittel aller CO2-Emissionen in dem Bundesland verantwortlich, die Klimaschutzziele könnten nur erreicht werden, wenn die Braunkohleverstromung ihren Beitrag dazu leiste.

Fast 1400 Menschen würden durch die Verkleinerung des Tagebaus nicht ihre Heimat verlieren. Die Gemeinde Holzweiler, das Dorf Dackweiler und ein einzelner Hof blieben von den Umsiedlungsmaßnahmen verschont, so das Blatt. Die 1600 Bewohner der fünf Gemeinden Kuckum, Unterwestrich, Oberwestrich, Keyenberg und Beverath werden aber wie geplant ihre Häuser räumen müssen.

Kraft betonte, dass man für die Zeit nach 2030 neue Leitentscheidungen treffen musste. Mit dem Betreiber RWE und den örtlichen Vertretern wolle man bis Mitte 2015 die neuen Abbruchkanten festlegen. Dann könne konkret gesagt werden, wie groß das Gebiet noch sei.

RWE-Chef Peter Terium kritisierte Krafts Vorhaben: "Bereits heute Ziele zu formulieren, die die Abbaugrenzen für Garzweiler infrage stellen, halten wir für falsch", zitiert die "Rheinische-Post" den Niederländer. Braunkohle leiste einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und würde eine preisgünstige Stromerzeugung garantieren.

Von einem leichtfertigen Versprechen sprach Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IGBCE). Weder sei der Ausstieg aus der Kernenergie abgeschlossen, noch die immensen Kosten des bisherigen Ausbaus der erneuerbaren Energien bewältigt. (sg)