Der Stromnetzausbau kommt voran, jedoch gibt es noch viel zu tun, um auch die Kosten für die Systemstabilität zu senken.
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BNetzA: Schnell mehr Netze, sonst drohen höhere Kosten

Die Bundesnetzagentur hat ihren Jahresbericht für 2019 vorgelegt. Der Netzausbau kommt voran, hat jedoch laut Netzentwicklungsplan 2030 noch viel vor sich. Nun muss es schnell gehen, um Kosten zu sparen.

Beim Ausbau des Stromnetzes gab es laut Bundesnetzagentur vergangenes Jahr deutliche Fortschritte im Genehmigungsverfahren. Für einzelne Abschnitte der Gleichstromleitungen wurde mit den Planfeststellungsverfahren begonnen. Und auch der Netzentwicklungsplan Strom wurde bis 2030 bestätigt.

Insgesamt sind rund 7700 Kilometer Ausbau im deutschen Stromnetz geplant. Davon wurden bisher ca. 830 Leitungskilometer genehmigt und 1300 km realisiert (BBPlG und EnLAG). Zudem beinhaltet der Netzentwicklungsplan im Vergleich zur geltenden Bundesbedarfsplanung knapp 3600 zusätzliche Trassenkilometer, von denen der Großteil als Verstärkung bereits bestehender Verbindungen geplant ist.

Mehr Trassen von Nord nach Süd

So ist bis 2030 ein zusätzlicher Höchstspannungs-Gleichstromübertragung-Korridor zwischen Schleswig-Holstein über Niedersachsen nach Nordrhein-Westfalen zu errichten, insbesondere auch um den zusätzlichen auf See und in Norddeutschland erzeugten Strom aus Windenergie zu den südlicher gelegenen Verbrauchszentren zu transportieren.

Erstmalig wurde im Netzentwicklungsplan 2019 bis 2030 das Ziel der Bundesregierung zu Grunde gelegt, den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 65 Prozent zu erhöhen. Genehmigt wurden nur die Netzausbaumaßnahmen, die auch nach einem vollständigen Kohleausstieg bis 2038 energiewirtschaftlich notwendig sind.

Kosten für Systemerhalt hoch

Gleichwohl liegen die Kosten für den Erhalt der Systemsicherheit 2019 mit 1,4 Mrd. Euro weiterhin auf hohem Niveau. Ein zügiger Netzausbau könnte die Kosten langfristig senken. (ls)