Der gesamte Trianel-Windpark bei der ostfriesischen Insel Borkum mit 40 Areva-Anlagen produziert seit Juli 15 Strom. Bild: Trianel

Starker Offshore-Zubau in diesem Jahr

Bis Ende des Jahres sollen die Hälfte der 2020-Zielmarke von 6,5 GW in Nord- und Ostsee installiert sein.

Im ersten Halbjahr 2015 gingen 422 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1765,3 MW neu ans Netz. Auf See speisten damit zum 30. Juni 2015 insgesamt 668 Anlagen mit einer Leistung von 2777,8 MW Strom ein. Mit diesen Offshore-Windenergieanlagen kann das System etwa drei Millionen Haushalte mit Strom versorgen. Zudem stehen 90 Anlagen mit einer Leistung von 380,7 MW vor ihrem Netzanschluss und für 84 weitere Anlagen wurden bereits Fundamente errichtet. Daher rechnet die Branche für das Jahr 2015 insgesamt mit etwa 2250 MW an neuen Offshore-Windenergie-Kapazitäten am Netz. In der deutschen Nord- und Ostsee werden zum Jahresende Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von bis zu 3300 Megawatt am Netz sein.

Damit wird Deutschland zum Ende dieses Jahres die Hälfte der für 2020 geplanten 6500 MW erreicht haben. Die zweite Hälfte kann in den folgenden Jahren sukzessive umgesetzt werden. "Der Ausbau geht mit weiteren Projekten voran: Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 704,4 MW sind in neun Projekten in Bau. Für fünf weitere Projekte mit 1482,8 MW liegen die finalen Investitionsentscheidungen vor", so Dr. Jörg Buddenberg, Vorstandsvorsitzender Arbeitsgemeinschaft Offshore-Windenergie.

Für den künftigen Ausbau der Offshore-Windenergie ist ein kontinuierlicher Aufbau der Netzinfrastruktur nötig, anders als dies die Bundesnetzagentur (BNetzA) im aktuellen Entwurf für den Offshore-Netzentwicklungsplan (O-NEP 2015) vorsieht. "Für die Zeit nach 2020 sind ausreichende Netzkapazitäten von zentraler Bedeutung. Nur so erhalten die Unternehmen Planungssicherheit für weitere Investitionen. Denn Offshore-Windenergieprojekte sind durch lange Vorlaufzeiten und hohe Investitionssummen geprägt. Je geringer die Anzahl der Netzanbindungssysteme, auf denen Kapazität zur Verfügung steht, desto beschränkter ist auch der im Rahmen von zukünftigen Ausschreibungen angestrebte Wettbewerb zwischen den Projekten", sagt Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender Stiftung Offshore-Windenergie. Das Design des Ausschreibungsmodells im Erneuerbare-Energien-Gesetz 2016 wird entscheidend für die Zukunft der Offshore-Windenergie sein (zu den kommunalen Offshore-Windparks siehe auch gedruckte ZfK-Juniausgabe, Seite 12/13). (al)