Blick auf den Generator im Donaukraftwerk Ottensheim Bild: © Verbund

Kraftwerke: Verbund arbeitet trotz Corona unter Hochdruck

Beim österreichischen Energieversorger wird fleißig geschweißt, repariert und optimiert: Trotz Einschränkungen für die Kraftwerksbelegschaft. In Ostdeutschland sieht sich Mitnetz-Strom gut gerüstet. Die Erzeugung von Erneuerbaren stieg dort deutlich an.

Trotz krisenbedingter Einschränkungen beendeten Mitarbeiter des österreichischen Verbunds die Wartungen im oberösterreichischen Donaukraftwerk Ottensheim-Wilhering. Das Flusskraftwerk ist damit einsatzbereit und "trägt zur sicheren Stromversorgung in Österreich bei", so der größte Energieversorger in Österreich.

Erschwerte Bedingungen durch Corona-Krise

Solche Revisionen finden bei Flußkraftwerken  im Winter statt, wenn die Flüsse wenig Wasser bringen. Die Revision in Ottensheim-Wilhering lief seit Jahresbeginn 2020. Das Verbund-Personal führte dieser Tage in den beiden Donaukraftwerken seine Arbeit unter erschwerten Bedingungen durch: Zur Sicherheit wurden die Teams aufgeteilt, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Die Kraftwerksmannschaften arbeiten in zwei getrennten Teams und versetzten Arbeitszeiten.
 
Zudem ging Ende März die Turbine 3 im Donaukraftwerk Ottensheim-Wilhering wieder ans Netz. Mit Hochdruck arbeitete die Kraftwerksbelegschaft trotz der Einschränkungenan der Turbine. Der gesamte Maschinensatz inklusive Hydrauliksystem wurden überprüft, Korrosionsschutz aufgetragen, Dichtungen an Turbinenwelle und Laufradmantel erneuert, Leckagen behoben und der offene Kühlkreislauf auf einen geschlossenen Kühlkreislauf umgebaut.

Aschach bald voll einsatzfähig

In Oberösterreichs leistungsstärkstem Donaukraftwerk Aschach sind die Arbeiten hingegen noch voll im Gange. Hier ist seit Mitte September 2019 das Wehrfeld 2 in einer Großrevision. Eigenpersonal und Fremdfirmen arbeiten räumlich und zeitlich getrennt an der Generalsanierung des gesamten Stahlwasserbaus und Korrosionsschutzes, erklärte Verbund. Es werden hier geschweißt, repariert, neue Laufrollen und Elektromotoren für den Antrieb der Ober- und Untertafel eingebaut. Die Arbeiten dauern noch bis Anfang Juni 2020. „Wichtig hier ist, dass wir vor den möglichen Sommer-Hochwasserereignissen fertig werden, damit die volle Einsatzbereitschaft des Kraftwerks rechtzeitig hergestellt ist“, sagte Reinhard Kremslehner, Werksgruppenleiter für die vier oberösterreichischen Donaukraftwerke.
 
Donau Basis der österreichischen Stromversorgung

Den stabilen Dauerläufern an der Donau kommt besondere Bedeutung zu: 20 Prozent des österreichischen Strombedarfs stammen aus den neun Donaukraftwerken. Das entspricht in etwa dem Verbrauch aller heimischen Haushalte Österreichs. Im vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Erzeugung trotz trockenem Wetter um zwei Prozent über dem langjährigen Durchschnitt, so das Versorgungsunternehmen. 

Mitnetz Strom: gut vorbereitet auf die Krise

Ebenso müssen Thüringen und Brandenburg nach Angaben des Netzbetreibers Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom (Mitnetz) auch während der Coronavirus-Krise keine Versorgungsengpässe befürchten. Man sei auf einen möglichen Krisenfall gut vorbereitet, teilte der Netzbetreiber explizit mit.

«Wir haben für den Betrieb unserer Strom- und Gasnetze umfangreiche Notfallpläne erarbeitet, die eine Aufrechterhaltung des Betriebs sicherstellen», sagte der Technische Geschäftsführer Adolf Schweer. Mitarbeiter des Netzbereiches seien weiterhin im Bereitschaftsdienst bei Störungen und Reparaturen vor Ort, um die Stromversorgung zu gewährleisten.

 Letztverbraucherabsatz steigt

Unterdessen treibt der Netzbetreiber des ostdeutschen Energieversorgers EnviaM den Ausbau seines Stromnetzes voran. Dies sei notwendig für eine stabile und zuverlässige Stromversorgung. «Die Einspeisung aus erneuerbaren Energien nimmt nach wie vor zu», sagte Schweer.

Der sogenannte Letztverbraucherabsatz stieg nach Unternehmensangaben im Netzgebiet von 104 Prozent 2018 auf 111 Prozent im vorigen Jahr. Dies bedeute, so Schweer, dass in wind- und sonnenreichen Zeiten viel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als im Netzgebiet verbraucht würde. (sg)