Audi produziert seit 2013 in Werlte über eine Power-to-Gas-Anlage Methan . Bild: Audi

Erstmals PtG-Anlage für SRL präqualifiziert

Audi-Anlage in Werlte mit 6 MW Leistung schafft die Prüfung und darf somit Regelenergie bereitstellen.

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat erstmals eine große Power-to-Gas-Anlage geprüft und für "fit erklärt", um Regelenergie für die Stabilisierung des Stromnetzes bereitzustellen. Bei der Anlage handelt es sich um eine vom Auto-Konzern Audi betriebene Power-to-Gas-Anlage im niedersächsischen Werlte. Die Vermarktung der Anlage übernimmt dabei die Stadtwerke München GmbH im Rahmen ihres Virtuellen Kraftwerks.

Die Anlage in Werlte ist in der Lage, sehr genau auf Regelleistungsabrufe zu reagieren und zu helfen, Frequenzschwankungen auszugleichen, so Tennet. Bei der Abnahme der Power-to-Gas-Anlage musste die Anlage innerhalb von fünf Minuten fast 6 MW Leistung aus dem Netz ziehen und vorgegebene Lastprofile abfahren. Mit der bestandenen Prüfung hat sich die Anlage für die Teilnahme am sog. Sekundärregelenergiemarkt qualifiziert.

Die Power-to-Gas-Anlage von Audi produziert seit 2013 synthetisches Methan mithilfe von Windstrom aus Wasser und CO2. Das synthetische Methan wird in das Erdgasnetz eingespeist. Aus Sicht von Tennet ist die Qualifizierung der Anlage ein weiterer Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien.

Erste Schritte bei der Bereitstellung von Regelenergie durch erneuerbare Energien-Anlagen seien dadurch gemacht. So seien heute bereits tausende Biogasanlagen für die Teilnahme am Regelenergiemarkt qualifiziert. Mit Blick auf die jetzt erteilte Präqualifikation für die Power-to-Gas-Anlage von Audi zeigte sich der Übertragungsnetzbetreiber überzeugt, dass bald weitere solcher Anlagen Regelenergie bereit stellen können. Die Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland halten ständig jeweils ca. 4000 MW positiver und negativer Regelenergie vor. (al)