Erste Multi-Megawatt-Batterie im Tennet-Netzgebiet

Am Standort Dörverden, Niedersachsen, hat Statkraft ein Lithium-Ionen-Batteriespeichersystem mit 14 000 Zellen in Betrieb genommen.

Jeder der so genannten Lithium-Ionen-Puch-Zellen hat eine Kapazität von etwa 75 Ah beziehungsweise 0,28 kWh. Mit Pouch wird die Bauweise der Zellen beschrieben: Sie sind etwa so groß wie ein DinA4-Blatt und etwa zwei cm dick. Der Speicher mit insgesamt drei Containern steht am Standort des Statkraft-Laufwasserwerks Döverden und wurde laut dem Energieerzeuger innerhalb von zehn Monaten nachdem der Auftrag zu Stande kam, in Betrieb genommen. Das System besteht aus drei transportablen und redundant aufgebauten Einheiten mit jeweils über ein Megawatt installierter Leistung.

Laut dem Unternehmen handelt es sich hier um den ersten Multi-Megawatt-Batteriespeicher im Netzgebiet der Tennet TSO GmbH, der drei Megawatt Primärregelleistung liefern kann. Der Übertragungsnetzbetreiber hat die Batterie bereits für "fit" erklärt: Die Präqualifizierung für die Erbringung von Primärregelleistung hat der Speicher erhalten und sich somit für die Teilnahme für die Primärreserve qualifiziert. Dabei musste die Anlage innerhalb von 30 Sekunden drei Megawatt Leistung aus dem Netz ziehen und vorgegebene Lastprofile abfahren.

Urban Keussen, Vorsitzender der Tennet-Geschäftsführung nennt die Qualifizierung des Batteriespeichers einen weiteren Schritt auf dem Weg zur stärkeren Systemintegration der erneuerbaren Energien. Neue Technologien begleite man aktiv, um neue Lösungsansätze für den Wandel in der Stromerzeugungsstruktur zu ermöglichen. Dr. Pieter Schipper, Leiter Kraftwerksoptimierung und Marktzugang Kontinentaleuropa bei Statkraft, hebt den Regelenergiemarkt als Geschäftsfeld für den Multi-Megawatt-Speicher hervor. Dort gibt es sowohl für das Bereithalten von Leistung, als auch für die tatsächliche Bereitstellung eine Vergütung. Insgesamt investierte Statkraft vier Millionen Euro in das Batterieprojekt. (sg)