Thüringen erwägt Windkraft in Naturparks

Die rot-rot-grüne Landesregierung hat einen Windenergie-Erlass veröffentlicht. Noch ist nicht das letzte Wort gesprochen.

Das Land Thüringen will mehr Windkraft: Windräder können künftig möglicherweise auch in Naturparks wie dem Thüringer Wald, dem Schiefergebirge oder der Rhön installiert werden. Diese potenziellen Standorte sieht ein Windenergie-Erlass der rot-rot-grünen Landesregierung vor, der gestern (21. Juli 15) in Erfurt vorgestellt wurde. Dies berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Der Erlass liegt bis Ende September für Konsultationen aus.

Die rot-rot-grüne Landesregierung will den Windkraftausbau voranbringen. Dazu werden jetzt auch sog. Tabuzonen ins Auge gefasst. Laut Umweltstaatssekretär Olaf Möller sind jetzt auch die Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal, Schiefergebirge, Thüringer Wald sowie das Biosphärenreservat Rhön in den Fokus für potenzielle Standorte genommen. Keine Anlagen werde es aber definitiv in Natur- und Landschaftsschutzgebieten, im Nationalpark Hainich, den Naturparks Kyffhäuser und Südharz, auf dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen, der als "Grünes Band" den Status eines Naturmonuments habe, oder im Biosphärenreservat Vessertal geben.

Kein Verständnis für diese Pläne äußerte die Thüringer CDU. Die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Christina Tasch, sagte lt. MDR, dass die Regierung den Willen der Betroffenen missachte. Tasch forderte ein grundsätzliches Verbot von Windrädern im Wald. Sie bemängelte außerdem, dass Abstandskriterien zwischen Wohnbebauung und Windrädern im Windenergie-Erlass keine Rolle spielten.

Die Kriterien für mögliche Standorte würden bis Ende September diskutiert. Der Windenergie-Erlass soll voraussichtlich Ende des Jahres in Kraft treten. Laut MDR produzieren derzeit 742 Windmühlen auf 0,3 % der Landesfläche Strom. Die Gesamtleistung liegt bei 1166 MW. Die Landesregierung will den Anteil auf rd. ein Prozent steigern. (al)