Untersteller: Netzausbau kostet 15 Mrd. € extra

Der badische Umweltminister Franz Untersteller rechnet aufgrund unterirdischer Stromleitungen mit 15 Mrd. € zusätzlich zu den geplanten 20 Mrd. € für den Netzausbau.

Im Interview mit der Wirtschaftswoche (WiWo) sagte Untersteller, dass Baden-Württemberg rd. 330 km neue Stromtrassen benötige. Die Zahl von 20 Mrd. €  für den bundesweiten Netzausbau halte er für nicht realistisch. 20 % der Streckenanteile müssten ihm nach unter der Erde verlegt werden, was Mehrkosten von 15 Mrd. € entspräche. Diese würden allerdings für den einzelnen Haushalt nur 0,5 – 0, 6 ct/kWh bedeuten. 

 

Für die geplanten 1000 Windräder bis 2020 will Untersteller  auf Waldgebiete übergehen, von denen Untersteller zufolge 30 % in Besitz von Baden-Württemberg sind. Mit der neuen Generation Windrädern von 140 m Höhe sei es auch möglich, Anlagen in bisher kaum nutzbaren Gebieten aufzustellen.

 

Eine Fristverlängerung der beiden laufenden Kernkraftwerke Philippsburg 2 und Neckarwestheim 2, die 2019 bzw. 2022 abgeschaltet werden sollen, schloss Untersteller aus. Stattdessen forderte er eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, das einen sog. Kapazitätenmarkt schaffen soll. Damit könnten auch die ökonomischen Rahmenbedingungen für das geplante Gaskraftwerk der EnBW geschaffen werden. Der Energiekonzern zögere trotz genehmigten Standorts daher den Baustart der Anlage immer noch hinaus. (sg)