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Trianel lässt Pumpspeicherkraftwerk fallen

Seit Jahren wird über das Großprojekt in den Thüringer Bergen kontrovers diskutiert. Nun hat sich der Investor ganz leise davon verabschiedet.

Der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks im Thüringer Wald durch die Aachener Trianel-Gruppe ist endgültig gestoppt. Das Projekt, für das Investitionen von mehr als einer Mrd. Euro an der Schmalwassertalsperre bei Tambach-Dietharz veranschlagt waren, werde nicht weiter verfolgt, sagte Trianel-Sprecherin Nadja Thomas am Dienstag auf Anfrage. Sie bestätigte damit Medienberichte, wonach das Unternehmen generell keine Pumpspeicher-Projekte mehr verfolgt.

Die Trianel GmbH und die hinter ihr stehenden 36 Stadtwerke hätten so entscheiden, «weil die energiepolischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für solche Großprojekte nicht gegeben sind», sagte Thomas. Das Unternehmen wolle sich nun auf Windkraft- und Solaranlagen im Bereich erneuerbare Energien konzentrieren. An der Schmalwassertalsperre im Kreis Gotha sollte ursprünglich ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1070 Megawatt entstehen - vergleichbar mit einem durchschnittlichen Atomkraftwerk.

Planungskosten von in Millionenhöhe

In Thüringen war für das umstrittene Pumpspeicherkraftwerk laut Thomas 2013 ein Raumordnungsverfahren eingeleitet worden. Im März 2015 wurde das Verfahren mit einer Reihe von Auflagen abgeschlossen. Die Sprecherin machte keine Angaben, wie hoch die Planungskosten für Trianel waren. In Erfurt ist von einem zweistelligen Millionenbetrag die Rede.

Gegen das Großprojekt, das starke Eingriffe in die Landschaft im Thüringer Wald in der Nähe des Rennsteigs erfordert hätte, gab es Bürgerinitiativen. Befürworter und Gegner hatten sich regelmäßig an einem runden Tisch getroffen. Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) begrüßt den Stopp des Vorhabens. «Aus meiner Sicht war der heftige Protest gegen das Pumpspeicherwerk am Rennsteig völlig gerechtfertigt», erklärte er. Im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie habe die CDU/CSU-Fraktion die staatliche Subventionierung solcher Projekte, die aus ökologischer, wirtschaftlicher und technologischer Sicht nicht vertretbar seien, verhindert, so Hauptmann.

Pumpspeicheranlagen kaum wirtschaftlich

Die großen Anlagen dienen als Stromspeicher - bei einem Überangebot an Strom wird Wasser von einem Unter- in ein Oberbecken gepumpt. Bei Bedarf im Stromnetz rauscht das Wasser durch Turbinen aus dem Oberbecken und erzeugt Strom. In den vergangenen Jahren hieß es bei Betreibern, die Anlagen seien kaum noch wirtschaftlich. Nach Angaben des Umweltministeriums in Erfurt erbringt Thüringen mit den Anlagen in Goldisthal und an den Saaletalsperren bereits ein Viertel der deutschen Pumpspeicherleistung. (ls/dpa)