An einem Tisch (von links): Rainer Kleedörfer, Leiter der Unternehmensentwicklung bei der N-Ergie, Hubert Weiger, Ehrenvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern und Erster Vorsitzender des Bund Umwelt und Naturschutz in Deutschland sowie Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie.
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Bayern unter Druck beim Erneuerbaren-Ausbau

Statt die Energiewende vor der eigenen Haustüre voranzutreiben, setzt der Freistaat auf Versorgungstransporte aus dem Norden: Ein Unding für die Energie- und Umweltbranche, finden N-Ergie-Chef Hasler und BUND-Chef Weiger.

N-Ergie und BUND nutzen die aktuelle Regierungsbildung in Bayern, um auf die Versäumnisse in der Energiepolitik des Landes aufmerksam zu machen und Veränderungen für die Zukunft zu fordern. Statt „kurzfristiger Tagespolitik“ brauche es gemeinsame Anstrengungen für den Klimaschutz. Ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre den Kommunen mehr Handlungsspielraum einzuräumen, erklärten Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie, und Hubert Weiger, Erster Vorsitzender des Bund Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), bei einer Pressekonferenz am Dienstag (30. Oktober) in Nürnberg.  

Bayern könne sich nicht nur auf Energielieferungen aus dem Norden verlassen. Südlink und Co. seien eine teure Sackgasse, die keinen nennenswerten Beitrag für wirksamen Klimaschutz leiste. Die Energiewende müsse stattdessen dezentral ausgebaut werden und Solar- und Windstrom aus der Region kommen. Dafür brauchen Kommunen allerdings auch die Handhabe über Netze.

CO2 verteuern, Hürden für Erneuerbare abbauen

Tatsächlich herrscht bei der Windkraft in Bayern Flaute. Seit der Einführung der 10H-Abstandsregel im Jahr 2014 gingen die Anträge für den Bau neuer Windturbinen drastisch zurück. Bis März diesen Jahres wurde keine einzige Anlage genehmigt und nur acht realisiert. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 gingen noch 244 Windräder mit fast 640 MW ans Netz.

Aus Sicht von Hasler und Weiger müsse auch die Sektorkopplung im Land gestärkt werden. Die Energiewende brauche mehr Technologie- und Ergebnisoffenheit. Auch in Sachen Steuer- und Umlagebelastung müsse sich deutlich etwas ändern. Mehr Abgaben für CO2-Emittenten sollen die Erneuerbaren entlasten, so die Idee. (ls)