Altholz-Verbrenner erzürnt

Bundesverband Bioenergie: Der EEG-Entwurf bietet noch immer keine Chance zur Weiterexistenz.

Der Fachverband Holzenergie im Bundesverband Bioenergie äußert seine Kritik an der Beschlussvorlage zum EEG 2016 für die Ministerpräsidentenkonferenz am 12. Mai: "Wie bereits im Referentenentwurf zur Novellierung des EEG, sah auch die Beschlussvorlage für die Konferenz den Ausschluss von Altholzanlagen im künftigen EEG vor, und zwar von Neu- und Bestandsanlagen. Stattdessen geht das BMWi nach wie vor davon aus, dass sich rund 60 Prozent der bestehenden Anlagen auch außerhalb am Markt finanzieren könnten – allerdings ohne seine Annahmen auch nur im Ansatz zu erläutern. Der Bau von neuen Altholzanlagen wird per se ausgeschlossen", so der Verband.

„Es ist schon paradox, dass diejenigen erneuerbare Energie-Technologien in ein Ausschreibungsmodell gezwungen werden sollen, die sich mit guten Gründen dagegen wehren, wohingegen Altholzkraftwerken, die sich offen dem Wettbewerb stellen, aus irrationalen Gründen eine Teilnahme verwehrt werden soll“, äußert Frank Scholl, Leiter der AG I Holz(heiz)kraftwerke im FVH sein Unverständnis. Stattdessen stelle das BMWi für die Altholzkraftwerke eine Zahl von umgerechnet 500 MW installierter Leistung in den Raum (entsprechend 60 Prozent der installierten Leistung), deren Fortbestand auch außerhalb einer EEG-Förderung gesichert sei – ohne allerdings die Annahmen für diese Folgenabschätzung offen zu legen oder auszusprechen, welche Anlagen nach Ansicht des Ressorts denn entbehrlich seien. „Bis heute konnte uns das BMWi nicht aufzeigen, wie die Kraftwerke außerhalb des EEG überleben sollen“ wirft Frank Scholl, Leiter der Kraftwerkssparte im Fachverband Holzenergie des BBE ein, signalisierte aber auch weiterhin Gesprächsbereitschaft, sich von einem alternativen Zukunftskonzept für die Branche überzeugen zu lassen.

Ohne die Altholzkraftwerke im EEG jedoch werden die Kosten für die ökologische Altholzverwertung, für die eine ordnungsrechtliche Entsorgungspflicht besteht, über die Kreislaufwirtschaft gewälzt werden müssen. Kommunen, die als Brennstofflieferant bis heute noch Zuschüsse für ihre Kassen erwirtschaften, werden zukünftig ein Vielfaches an Mitteln für die Entsorgung von Altholz zuzahlen müssen. Die Vorzeichen in kommunalen Haushalten würden sich schlicht umkehren. Auch müssten Altholzmengen, die aufgrund fehlender Anlagenkapazitäten nicht mehr effizient verstromt werden können und damit auch den Ausbau der übrigen erneuerbaren Energien nicht mehr stützen könnten, zu deutlich höheren Kosten in Müllverbrennungsanlagen oder anderen Industrieanlagen entsorgt werden. Die Verbraucher wären die Leidtragenden, da sie so gleich mehrfach mit höheren Kosten konfrontiert würden: durch entsprechend steigende Abfall- und Entsorgungsgebühren und den verschenkten Kostensenkungspotenzialen im EEG. (al)