Windkraftanlagen in der Nähe von Husum ZfK/Al

Altmaier kann es nicht lassen

Der Umweltminister brachte erneut die Strompreisbremse ins Spiel. LEE NRW stellt sich vehement dagegen.

Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW e. V. (LEE NRW) wendet sich entschieden gegen jüngste Äußerungen von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), mit denen dieser erneut für die Idee einer Strompreisbremse wirbt. So habe sich der Minister in verschiedenen Zeitungsmeldungen vom vergangenen Wochenende zuversichtlich gezeigt, dass man in der Frage einer Begrenzung der Strompreise doch noch zu einer Einigung komme und hierfür die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen –
Frau Hannelore Kraft (SPD) – zu Gesprächen eingeladen.
 
In einem Artikel der Welt am Sonntag vom 26. Mai 2013 sagte Altmaier: „Ein Windrad, das vor fünf Jahren gebaut wurde, kostet die Stromkunden heute etwa doppelt so viel Subvention wie damals, weil der Verkauf des Ökostroms an der Börse weniger einbringt. Daher ist es notwendig, die Ökostromumlage gesetzlich zu begrenzen.“ Einer solchen Äußerung tritt der LEE-Geschäftsführer, Jan Dobertin, entschieden entgegen: „Diese Aussage spiegelt einen falschen Ansatz wider und zeigt, dass der Umweltminister hier die grundlegenden energiewirtschaftlichen Zusammenhänge verkennt“, so Dobertin.

So werden die Preise für Strom am Spotmarkt künftig als Folge immer größerer regenerativer Strommengen tendenziell immer weiter sinken. Wenn die Erneuerbaren Energien es über diesen sog. „Merit-Order-Effekt“ schaffen, vorrangig die teuren konventionellen Einheiten vom Strommarkt zu verdrängen und im Grenzfall den Börsenpreis auf Null zu drücken, könne der Minister nicht den Wert der Erneuerbaren Energien an diesem Restpreis messen, sondern müsse im Gegenteil den Preis auf die vermiedenen teuren Kraftwerkskosten beziehen. Die Erneuerbaren Energien senken den Börsenstrompreis und damit grundsätzlich auch die Kosten der Verbraucher.

„Anstatt diffamierend von einer Verdopplung der Subventionen zu sprechen und die EEG-Umlage gesetzlich deckeln zu wollen, sollte der Minister vielmehr eine Neufassung des EEG-Umlagemechanismus vorantreiben, die das Kosten-Nutzen-Verhältnis Erneuerbarer Energien gerecht abbildet.“ (al)