Das RWE-Kernkraftwerk Emsland hat eine elektrische Leistung von 1406 MW.
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Atomkraftgegner fordern Stilllegung von AKW Emsland – Demo geplant

Die dortige Brennelementefabrik beliefert auch die umstrittenen Kernkraftwerke Tihange und Doel, sagen Kritiker.

Atomkraftgegner wollen am Samstag gegen die Brennelementefabrik und das Kernkraftwerk im emsländischen Lingen demonstrieren. Zu der Veranstaltung in Lingen werden 500 bis 700 Teilnehmer erwartet, wie Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen am Mittwoch sagte.

Aus dem Wendland und aus Aachen (NRW) sollen Sonderbusse nach Lingen kommen. "Es kommen auch Leute aus Belgien", sagte Eickhoff. Die Brennelementefabrik beliefere auch die umstrittenen Kernkraftwerke Tihange und Doel. "Die Brennelementefabrik ist über ihre Exporte mit vielen Orten in der Welt verbunden", sagte Eickhoff.

Neue Brennelemente geplant?

Das noch bis 2022 laufende Atomkraftwerk der RWE in Lingen zeige altersbedingten Verschleiß. Bei der Revision im Frühjahr seien Risse in Rohren festgestellt worden. "Das ist ein deutliches Zeichen, dass das Atomkraftwerk in die Jahre kommt und nicht mehr im superfrischen Zustand ist, wie ein Atomkraftwerk eigentlich sein müsste", sagte Eickhoff.

Nach Äußerungen vom RWE-Chef Rolf-Martin Schmitz bei der jüngsten Hauptversammlung, noch kurz vor dem geplanten Abschalten des Atommeilers 2022 die Brennelemente zu erneuern, befürchten die Kritiker auch, dass der Energiekonzern auf eine Verlängerung der Laufzeit für das Atomkraftwerk nach der nächsten Bundestagswahl spekulieren könnte. (dpa/hil)