Die Photovoltaik hat im ersten Halbjahr in Deutschland deutlich an Fahrt gewonnen und die Geschäftserwartungen sind gut. Nun sollten regulatorische Hürden fallen, fordert der Branchenverband.
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Photovoltaik legt 20 Prozent zu

Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurde 20 Prozent mehr Photovoltaik-Leistung neu in Betrieb genommen als im vergleichbaren Vorjahreszeitrau, meldet der Branchenverband.

In den letzten Wochen habe sich die Geschäftserwartung innerhalb der Solarbranche zugleich erheblich aufgehellt, teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) heute mit. So sei der mit Unterstützung der Messe Intersolar erhobene Geschäftserwartungs-Index für die PV-Branche im zweiten Quartal 2020 gegenüber Jahresanfang um 60 Punkte auf 128 Zähler geklettert und habe sich damit nahezu verdoppelt.

"Der erfreuliche Sprung der Geschäftserwartung geht auf die Streichung des Solardeckels zurück", erklärte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig laut der Pressemitteilung. Gleichzeitig habe die Corona-Pandemie die Investitionsbereitschaft in die Solartechnik offensichtlich nicht gebremst. Nahezu ein Viertel der Gebäudeeigentümer planten derzeit die Errichtung einer Solarstromanlage

EEG-Umlage auf Eigenstrom abschaffen

"Diese Zahlen sind ermutigend. Sie dürfen aber nicht zum Anlass genommen werden, die Hände in den Schoß zu legen", so Körnig. Jetzt müssten schnell weitere Marktbarrieren fallen. Nur so könne die Solarisierung der Energieversorgung im erforderlichen Umfang beschleunigt werden.

An erster Stelle müsse dabei die Abschaffung der "Sonnensteuer" (EEG-Umlage) auf selbst und vor Ort verbrauchten Solarstrom stehen, so Körnig. Diese behindere zum Beispiel die Nutzung von Solarstrom für die Elektrifizierung von Fuhrparks oder den Betrieb von Wärmepumpen und bremse den dringend notwendigen Ausbau von Speichern.

Ausbau der PV kurzfristig verdreifachen

Das Ausbautempo der Photovoltaik müsse zudem kurzfristig verdreifacht werden, um die Klimaziele zu erreichen. Gemeinsam mit deutlich mehr Speichern und grünem Wasserstoff könne der beschlossene Atom- und Kohleausstieg kompensiert werden, so der Branchenverband.

Die niedrigen gesetzlichen Ausbaukorridore für die Solartechnik seien nicht mehr zeitgemäß und seien seit zehn Jahren nicht angehoben worden. Sie müssten schnellstmöglich einem absehbar deutlich wachsenden Strombedarf, verschärften Klimazielen und dem Atom- und Kohleausstieg Rechnung tragen, so Körnig. (hcn)